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Steve Earle, Copperhead Road, 1988

Produzent/ Steve Earle, Tony Brown

Label/ MCA

„Copperhead Road“ erinnert ein wenig an Bruce Springsteen, klingt aber unpolierter, härter, weniger gefällig, kommt weniger ostentativ verschwitzt daher. Auch hat Steve Earle seine Begleitband perfekt ausgesucht (u.a. John Jarvis am Piano, Kelly Looney am Bass und er selber mit einem halben Dutzend Akustik-Instrumenten). E-Gitarren, E-Bass sowie ein sparsam verwendeter Synthesizer betonen eher noch die akustischen Instrumente (Gitarren, Dobro, Mundharmonika, Piano, Mandoline u.a.), als dass sie sie dominieren würden.

Die Grundlinie des Albums ist geradliniger Country- und Folkrock aber mit vielen musikalischen Finessen. Repräsentative Stücke sind, neben dem Titelsong, „The Devil’s Right Hand“, „Back to the Wall“, „Even When I’m Blue“, „Once You Love“ – mal eher ruhige, mal eher rockige Balladen in jener prägnanten Gitarrenrock-Tradition, die es damals in den 80ern Jahren eben auch gab. Allein dieser harte Bass als Leadgitarre in „Even When I’m Blue“, in perfekter Harmonie mit dem Piano… ein starker Song!  – Oder „You Belong to Me“, dieses verzweifelte Liebeslied mit dem pessimistischsten Drum-Solo am Ende.

Aber es kommt noch besser: „Snake Oil“ hat viel Rock’n’Roll mit einem Piano, das von ferne an Jerry Lee Lewis erinnert. Und im letzten Track „Nothing but a Child“, einer zärtlichen Ballade singt Earle mit Maria McKee ein starkes Duett.  Bei „Johnny Come Lately“ hat Earle die Pogues als Studioband engagiert. „Johnny Come Lately“ ist zwar eher ein Pogues-Song als einer von Steve Earle, aber dessen rauher Gesangsstil passt zu den irischen Folk-Punkern genauso gut wie der von Shane McGowan.

Fazit: „Copperhead Road“ ist ein sehr schönes Album, das nicht so vor sich hinrostet, wie so manches Katzengold aus den 80er Jahren.

11 Gedanken zu “

  1. Steve Earle is on my Mount Rushmore of Recording Artists- The Beatles/ Bob Dylan/ Elvis Costello/ Steve Earle. I’ve seen him in concert by far more than I have anyone else. I’d rank this among his best albums!

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      1. Yes, „Transcendental Blues“ solidified Steve Earle as one of the greats who keep going forward. I think it’s in a close tie with „El Corazon“ and is a great album all the way through.

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