the-police-roxanne.jpg

The Police, Roxanne, 1978

Text/ Musik/ Sting (Gordon Summer)

Produzent/ The Police

Label/ A&M

Im Sommer 1977 ist die junge Band The Police mit Auftrittsmöglichkeiten nicht gerade reich gesegnet. Doch sie nehmen jede Chance wahr, vor einem Publikum aufzutreten – so rar diese Gelegenheiten auch sind.

Im Oktober 1977 dürfen sie als Vorgruppe von Wayne County & The Electric Chairs in Rotterdam spielen. Während dieses Konzert noch einigermassen läuft, endet das Nachfolge-Engagement als Support Act für dieselbe Band in Paris als Desaster.

Als Andy Summers, Stewart Copeland und Sting pünktlich um acht Uhr abends in dem kleinen Club „Nashville“ ihre Instrumente auspacken, ist noch kein Mensch da – die Veranstalter haben schlicht vergessen die unbekannte Vorgruppe von Wayne County & The Electric Chairs anzukündigen. Als nach dem misslungenen Gig auch noch das Auto von Sting in Paris den Geist aufgibt, liegen die Nerven von The Police eindeutig blank.

Auch ihre Unterkunft für diese Nacht, das wenig komfortable, dafür preiswerte Hotel „Russeau Le Gau“ im Pariser Rotlichtbezirk, kann die Stimmung der drei Engländer nicht heben. Als Sting in der Nacht einen Spaziergang durch das Viertel macht, begegnet er den Prostituierten und den Freiern auf der Strasse. Beim Anblick dieses amourösen Treibens kommt dem Sänger die Idee zu einem Song über einen Freier, der sich in eine Prostituierte verliebt – und zwar in eine mit einem klangvollen Namen, den Sting aus der Literatur kennt: Die Freundin von Cyrano de Bergerac hiess so, und auch die Frau von Alexander dem Grossen trug diesen Namen. Nur kurze Zeit später verhilft „Roxanne“ The Police zum Durchbruch, und der Paris-Trip macht sich doch noch bezahlt.

11 Gedanken zu “

  1. Tja, so kann’s kommen. Roxanne ist schon ein feiner Song. Und 2 oder 5 andere gibts schon auch noch. Mit Police wurde ich allerdings nie so richtig warm. Sting Solo in den späten 80ern fand ich besser.

    Gefällt mir

    1. „Roxanne“ mit dieser leicht schräg gestimmten Gitarre im Intro, mit den Pausen mitten im Song und der synkopierten Rhythmusarbeit von Bass und Schlagzeug, ist echt ein feiner Song, aber die Geschichte von dem verliebten Freier sollte man besser keiner Prostituierten oder ihrem Zuhälter erzählen.

      Gefällt 1 Person

    1. 1977 konnte man noch mit drei Akkorden in die Charts kommen. Die Idee, eine Punkband zu gründen, hatte etwas herrlich Subversives. „Outlandos D’amour war damals definitiv eine aufregende, packende Mischung, die neu und sensationell war. Heute finde ich das Album eher schwach, auch wenn es ein paar gute Tracks wie „Roxanne“, „So Lonely“, und „Can’t Stand Losing You“ dabei hat.

      Gefällt 1 Person

  2. Eigentlich hatte man sich zu der Zeit, als diese Platte erschien, ja längst an komplexere Sounds gewöhnt, Jazz-Rock zum Beispiel, aber die Musik, die in den Charts landete, war noch nicht völlig aus dem Blick- bzw. Hörfeld geraten. Ich weiß nicht, wann ich das letzte Mal einen Blick auf die aktuellen Charts geworfen habe. Die Musik, die ich heute höre und die Musik, die massenkompatibel ist, haben kaum noch miteinander zu tun. Sting hat damals seinen Weg über die Hitparaden geschafft, gibt es das wohl noch?

    Gefällt 1 Person

    1. Vieles, was Ende der 70er Jahre an Jazz-Rock lief, glitt so ziemlich an mir herunter, weil ich mich damals mehr dafür interessierte, was im Umfeld von Punk lief. The Police gehörten zwar nicht zu den Bands mit den berühmten „ drei Akkorden“ aber ihre Musik korrespondierte mit der Idee des Punk-Rock. Stings Solo-Alben, allen voran „The Dream of the Blue Turtles“, waren dann Mitte der 80er Jahre voll im Trend der World-Music-Beats. Seine Mischung aus geschmackvoll angejazzten Synthie-Pop und Betroffenheitslyrik erinnert mich nicht von ungefähr an Herbert Grönemeyer.

      Gefällt mir

Die Kommentarfunktion ist geschlossen.