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John Lee Hooker, Whiskey & Wimmen, 2017

Produzent/ Sig Sigworth

Label/ Vee Jay Records

John Lee Hooker, geboren 1917 oder 1920, stammte aus Clarksdale, Mississippi, und galt bis zu seinem Tod im Juni 2001 als das letzte Fossil des archaischen Blues. Er war der Grossmeister der Einakkord Gitarre, des rhythmisch stampfenden Begleitfusses, der unvorhersehbaren Notenbündel und unglaublich seltsamer (Ver-) Stimmungen. Er war zudem einer der Prototypen des hoch induvidualisierten modernen Blues, der Einzige, der den Spagat zwischen Tradition und Moderne wirklich schaffte.

Hooker ging nicht wie die meisten nach Chicago, sondern zog 1943 nach Detroit. Er arbeitete als Portier in einer Automobilfabrik und trat in öffentlichen Clubs auf. Sein Durchbruch kam gleich mit seiner ersten Single auf dem Modern Label, „Boogie Chillen“, 1948. Der Riesenerfolg machte aber nur die Firma fett.

In den Jahren darauf liess Modern weitere Hooker-Nummern, darunter das doppeldeutige „Crawlin‘ Kingsnake“ folgen, während Hooker unter seinem wirklichen Namen oder unter Pseudonym für eine Unzahl weiterer Kleinlabel Blues einspielte, nach dem Motto: Wer immer ein paar Dollar blecht, bekommt einen Song. Da er nicht selten dieselben Stücke nur leicht modifizierte, zahlte er in gewisser Hinsicht mit gleicher Münze zurück, betrog die Betrüger.

Eine dauerhafte Beziehung hatte Hooker eigentlich nur zum Vee Jay Label, dem er bis 1964 treu blieb. Hier spielte er 1956 seinen nächsten Monster-Hit „Dimples“ ein. „Boom Boom“ folgte 1962.

2017 hat sich Vee Jay Records entschieden, sechzehn wichtige Songs auf einem Album heraus zu bringen. Nun sind ja Kompilationen leider sehr oft lieblos zusammengepferchte Titel, die nach ulkigen Kriterien wie zum Beispiel der Länge der Songs ausgesucht wurden, damit man mehr Titel auf einem Tonträger unterbringen kann. Deswegen haben sie nicht den besten Ruf. Die vorliegende Sammlung ist jedoch eine gelungene Auswahl der besten Titel Hookers. Die Qualität ist gut. Vor allem die älteren Tracks wurden nicht unnötig mit technischem Schnickschnack modernisiert, sondern einfach sauber geschnitten.

10 Gedanken zu “

  1. john lee hooker ist große klasse! sah ihn im circus krone in münchen, im vorprogramm charlie musselwhite, der wohl gerad mit ben harper ein tolles album abgeliefert hat.
    hooker’n’heat war der soundtrack meiner jugend. don’t forget to boogie!

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    1. Leider habe ich John Lee Hooker nie live gesehen. Aber „Hooker’N’Heat“ war für mich damals ein Album, um dem Alltagstrott zu entkommen, alles an sich vorbeiziehen zu lassen. Die Mischung vom Bluesman schlechthin und seinen Schülern, die bösen Jungs von Canned Heat ist einfach gut. Diese Musiker haben noch Spass Musik zu machen – das merkt man sofort.

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