y2MQ_8_H3Y9Ns3ZE6XnIlCu3dSk@594x607.jpg

The Modern Lovers, Roadrunner, 1972

Text/Musik/ Jonathan Richman

Produzent/ John Cale

Label/ Beserkley

Von Bobby Troups häufig gecovertem „(Get Your Kicks on) Route 66“ bis zu Springsteens „Born to Run“ behandeln die meisten Road-Songs das Thema Flucht. „Roadrunner“ hingegen befasst sich mit einer Strasse nach Nirgendwo: Route 128, eine 96 km lange Ringstrasse, die Boston von seinen Vororten trennt. Es ist weniger eine Strasse, die nur ein Einheimischer lieben könnte – nur ein Einheimischer ist sich überhaupt ihrer Existenz bewusst. Jonathan Richman verbrachte nur zehn Autominuten entfernt seine Kindheit und Jugend.

Richman verliess Boston als Teenager, Ende der 60er Jahre, um nach New York zu gehen, zu The Velvet Underground. Er kehrte bald darauf nach Hause zurück, lernte seine Idole aber 1972 kennen, als seine Band The Modern Lovers ein paar Demos unter der Regie von Ex-Velvet John Cale aufnahm. Einer der Songs war „Roadrunner“, ein vierminütiges Zwei-Akkord-Hommage an nächtliches Herumfahren. Richman nahm im folgenden eine verwirrte Anzahl von Versionen auf, aber dieses pulsierende, vollelektrische, von Cale produzierte Original ist die beste und bekannteste.

4 Gedanken zu “

  1. Zwar gefallen mir andere Road Songs wie “Route 66”, “Radar Love” und “Highway Star” besser, aber dieses Stück macht trotzdem Spaß.

    Musik und Auto passen einfach perfekt zusammen, wobei man allerdings bei häufig katastrophalen Straßen hier in Amerika vorsichtig sein muß – von den oft nervtötenden Geschwindigkeitsbeschränkungen ganz abgesehen. Seltsamerweise erreicht das vielbeschworene Freiheitspathos hier schnell seine Grenzen!

    Gefällt 1 Person

    1. Jonathan Richman war ein sehr guter Songwriter mit viel Potential und gemeinsam mit seiner Gruppe The Modern Lovers machte er vorzügliche Musik. „Roadrunner“ hat den Charme des Imperfekten; ein eigenartiger Bandwurm zum dem dieses Video passt.

      Gefällt 2 Personen

Die Kommentarfunktion ist geschlossen.