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Led Zeppelin I, 1969

Produzent/ Jimmy Page

Label/ Atlantic

Selbst zu Beginn ihrer Karriere war der Ansatz der berühmtesten und einflussreichsten Heavy-Blues-Folk-Rock-Band erkennbar und einzigartig. Die furchterregenden Riffs von Pionieren wie Cream wurden überholt und in erstaunlichen, brandneuen Rock verwandelt. Schon mit dem Debütalbum ging Led Zeppelin weit über die Grenzen der damaligen Musik hinaus, dank ihrer Inspirationen aus Folk, Blues und R&B.

Das alarmierend raffinierte Gitarrenspiel von Jimmy Page bei den Coverversionen von Willie Dixons „You Shook Me“ und „I Can’t Quit You Baby“ demonstriert den soliden Zugriff auf die Wurzeln der Band. Die Zukunft der Rockmusik zeichnet sich ab bei den Superhits „Dazed And Confused“ mit der gewaltigen, absteigenden Basslinie und „Communication Breakdown“ mit dem sauberen Riff, das an Pete Townshend erinnert. Der markerschütternde Sound des ausserordentlichen Bassisten John Paul Jones auf Hymnen wie „Good Times, Bad Times“ wurde damals von nur ganz wenigen Musikern erreicht, während der inzwischen legendäre John „Bonzo“ Bonham seine eigenen Regeln aufstellte – sein hektisches, lockerdichtes Spiel machte die grossen Songs von Zeppelin noch grösser.

Led Zeppelin war weit mehr als die Summe der einzelnen Teile. Die seltsamen, oft naiven (aber hochverehrten) Texte und der genreprägende Gesangsstil von Robert Plant kamen vielleicht auf späteren Alben der Band besser zum Einsatz, und 1969 hatten die Musiker noch nicht alle Register gezogen. Doch dieses vielschichtige, umfassende und dynamische Album war der Grundstein und ist damit absolut verehrungswürdig.

11 Gedanken zu “

  1. Tja, hier merkt man das Alter der Rezensenten: Deutlich vor 1960 Geborene feiern dieses Debut in der Regel. (Ich stieg ja altersmäßig erst ein, als „Trampled under Food“ im Radio lief.)Für mich bleibts eine langweilige Rumpelplatte. Nr. 2 hatte „Whole lotta love“, ab Nr.3 ging es dann eine Weile bergauf. Fan war ich nie, aber die Nr. 4 ist schon Klasse und die Physical Graffiti sowieso. Jedoch DIESE Anfänge…. also ich brauch se nich‘.

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    1. Das Debüt von Led Zeppelin gilt als bestes Album einer Band, die Rock ’n‘ Roll behutsam und erfolgreich und doch auch revolutionär zu Hardrock formte und somit den später aufkommenden Metal-Bands (aber natürlich auch anderen Musikern) wichtiger Wegbereiter sein sollte, ohne dabei den Blues zu vergessen, dem aller Rock ’n‘ Roll auf die eine oder andere Weise – mehr oder weniger – zugrunde liegt. „Led Zeppelin I“ ist vielseitig, rauh und abgebrüht. Gleichzeitig ist es butterweich, melancholisch, psychedelisch, virtuos und intelligent. Kurz: ein mustergültiges Debütalbum, das den Nerv der Zeit an der Wurzel packte!

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  2. Ein super Debütalbum, daß ich nach wie vor sehr gerne höre. Zwar kommen Klassiker wie “Whole Lotta Love”, “Heartbreaker”, “Stairway” und “Kashmir” erst auf späteren Alben, doch zeigt Led Zeppelin von Anfang an, warum sie eine der bedeutendsten Rockbands waren.

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    1. Das Debütalbum wurde im Oktober 1968 in insgesamt dreissig Studiostunden mit einem Minimum an Overdubs aufgenommen und gemischt. Kosten inklusive des Covers: etwa 1’800 Pfund. Hier gibt es diesen schweren, schweren Blues “ You Shock Me“. Hier ist Folk, hier sind die akustischen Gitarren von „I’m Gonna Leave You“ und „Your Time Is Gonna Come“. Hier gibt es Psychedelica in „Dazed And Confused“. Hier gibt es sogar schon die Weltmusik-Anklänge, die „Kashmir“ ausmachten, auf „Black Mountain Side“. Und hier gibt es Rock’n’Roll, wie ein Flashback aus den Fünfzigern in „Communication Breakdown“. „Led Zeppelin I“ gehört definitiv zu den Alben, die das Gesicht der Rockmusik veränderten.

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  3. A good point to acknowledge the influence of Cream ; they seemed revolutionary at the time even though all the song and vocal styles were derivative. However many consider the drumming of Bohham to be truly a breakthrough – I was listening to Colosseum and Billy Cobham at te time and Bonham seemed new to me.

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    1. That’s interesting! In Jimmy’s Pages vision should the drummer play an equal role along the solo guitar, a typical rock drummer like Ginger Baker or Keith Moon. John „Bonzo“ Bohnham sometimes clad his big bass drum inside with aluminum foil to give her a rattling sound.

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      1. Baker certainly went on to become a distinct drummer, but at that time Bonham’s thing seemed less dependent upon odd techniques and more on patterns of drumming off beat – very simplistic viewed through a Jazz drummer lens but powerful then in rock terms.

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    1. When I first heard this LP in 1969, I was blown away by its‘ originality and power. Today I know how it was inspired from the blues, but I still like the intricate and powerful guitar work by Jimmy Page and the passionate vocals by Robert Plant.

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