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Blind Lemon Jefferson, That Black Snake Moan, 1926

Text/Musik/ Blind Lemon Jefferson

Produzent/ J. Mayo Williams

Label/ Paramount

Eine der ersten wichtigen Persönlichkeiten des Blues war Blind Lemon Jefferson (1893 -1929). Der Musiker war von vornherein wenn nicht ganz blind, so doch wenigstens stark sehbehindert. Er hatte schon in der frühen Jugend gelernt, Gitarre zu spielen, und war mit etwa zwanzig Jahren nach Dallas, Texas übergesiedelt. Zwischendurch ging er immer wieder auf Reisen und sammelte unterwegs jede Menge Songs, Stile und regionale Spezialitäten. Zu Hause in Dallas, Texas, liefen die Geschäfte für Jefferson so erfreulich, dass er als Strassenmusiker an guten Tagen bis zu hundertfünfzig Dollar einnehmen konnte. Das reichte aus, um eine Familie zu ernähren und sich dazu, wie berichtet wird, zwei Autos mitsamt Chauffeur zu leisten. 1926 begann Paramount die Zusammenarbeit mit Blind Lemon Jefferson. Als der Sänger zu Weihnachten 1929 nach einem Clubbesuch in Chicago tot und wahrscheinlich erfroren neben seiner Gitarre gefunden wurde, hatte er mehr als neunzig Aufnahmen eingespielt.

Jefferson war der Mann, der dem Country Blues auf dem Plattenmarkt den Durchbruch verschaffte. Er war nicht nur der erste überregional wahrgenommene männliche Blueskünstler, er war es auch, der dem Stil ein völlig neues Image gab. Liessen sich die Kolleginnen aus der Vaudeville-Szene ihre Stücke in der Regel noch von anderen schreiben und sich von einem oder mehreren Instrumentalisten begleiten, so schrieb Jefferson seine Song selbst und begleitete sich allein auf der Gitarre. Das glamouröse Bild von Bluessängerinnen wie Bessie Smith, Ma Rainey oder Mamie Smith gehörte in die Welt von Vaudeville und Variété, das von Jefferson war doch eher der klassische Fall des geheimnisumwitterten Tramps.

4 Gedanken zu “

    1. Blind Lemons Jeffersons kommerzieller Erfolg kam nicht von ungefähr. Er hatte einen charakteristischen Gitarrenstil, der nur im ersten Moment unspektakulär wirkt. Die Verbindung dürfte aber auch darin begründet sein, dass Jefferson nicht immer reinen Blues spielte (sofern es den je gegeben hat); es sind da oft deutlich auch Jazz- Hillbillie- und Ragtime-Einflüsse herauszuhören. Zudem hatte er eine bemerkenswert hohe Stimme, mit der er wie ein geschundener Esel im schwärzesten Blues dazwischenbrüllte. Wenn man seine aussergewöhnliche Songs wie „Black Snake Moan“, „Matchbox Blues“ oder „Prison Cell Blues“ hört, ist einem klar, wieso er der erste Blues-Musiker war, der mit seiner Musik auch kommerziell erfolgreich war.

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