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Traffic, John Barleycorn Must Die, 1970

Produzent/ Chris Blackwell, Guy Stevens, Steve Winwood

Label/ Island

Steve Winwood entwickelte sich vom singenden Wunderkind der Spencer Davies Group zum erfolgreichen Hitparadenstar von Traffic, deren „Hole In My Shoe“ eine der Hymnen des Jahres 1967 wurde. Nach Ableben der Supergroup Blind Faith kehrte er zu den früheren Traffic-Kollegen Jim Capaldi und Chris Wood zurück. Aus dem Versuch eines Soloalbums wurde das Comeback für Traffic, die dann bis Mitte der siebziger Jahre weiterspielten.

Mit dem Ende von Blind Faith liess auch Winwoods Schreibhemmung nach. Der Texter Capaldi spielte ausserdem Schlagzeug, während Wood seine Talent auf Saxophon und Flöte bewies. Der Flöte verdankt zum Beispiel der Titelsong – ein traditionelles Folklied über die Übel des Alkohols – den pastoralen Touch. Im 13-minütigen Instrumentalstück „Glad“ drückt sich die Verachtung für kommerzielle Dinge aus; das gleiche gilt für „Freedom Rider“.

Bei der Produktion der LP waren einige Studiokorrekturen notwendig. Winwood war dreifach gefordert – mit Gesang, Gitarre und Klavier, doch die zwangsläufig luftigen Arrangements ermöglichten es den Musikern, „innerhalb der Musik zu Orten zu gelangen, wo wir nie gewesen waren“. Die Aufnahmen fanden auf dem Cottage in Aston Tirrold statt, womit Traffic einen Trend unter Rockbands starteten, zur konzentrierten Arbeit aufs Land zu gehen.

11 Gedanken zu “

  1. Noch eine Anmerkung: Damals, als man Platten noch im Laden hörte, bevor man kaufte, hat mich John Barleycorn in Schwierigkeiten gebracht, weil es im Schaufenster einer Buchhandlung stand. Da gehörte eine Rockband doch nicht? War das also nichts für mich?

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    1. Es gehört ja zu dem Album die Gegensätze herauszustellen. Anders kann man die Entscheidung nicht begreifen, das alte Folksong-Traditional „John Barleycorn“ ins Zentrum dieses Albums zu stellen, ein Song den – bei aller Hochachtung für seinen geschäftigen Gitarrenblues – ein Eric Clapton nie so hätte spielen können.

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    1. Die Musik von Traffic war immer komplexer als die ihrer meisten britischen Zeitgenossen, die am Song-Schema festhielten und nur den Mittelteil mit endlosen Solos in die Länge zogen. Mein Favorit ist „Shoot Out At The Fantasy Factory“ von 1973.

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    1. Yeah, „Glad“ is great! That song really jams, and features Steve Winwood’s excellent piano and organ as well as some great saxophone work and drums. I also like the folk song „John Barleycorn.“

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      1. Thanks CB! Steve Winwood plays the song in D with Capo on the 7th fret. There are many versions of „John Barleycorn“. Interesting arrangements are by Martin Carthy or Fairport Convention. And, well yes, a little of this mysterious John Barleycorn „prove the strongest man at last“.

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      2. Yes I’ve heard other versions. There are some good ones but Winwood will always be the keeper of „Little Sir John“. You being the musician , you would know the tech part. All I know is I like is playing and vocals. Sounds great to my ear. I know he was always behind the keyboard but I always dug his guitar playing.

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