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B. B. King & Eric Clapton, Riding With The King, 2000

Produzent/ Eric Clapton, Simon Climie

Label/ Duck, Reprise

Zur Jahrtausendwende haben die beiden Blues-Heroen B.B. King und Eric Clapton das langst überfällige gemeinsame Album „Rinding With The King“ eingespielt. Es dokumentiert in zwölf Titeln, wie sehr sich ihre Spielauffassungen ähneln, wie unterschiedlich sie jedoch hinsichtlich Phrasierung und Sound-Design im Detail sind.

Schon Ende der 60er Jahre hatte Clapton bekannt: „Viele Leute haben in mir einen Erneuerer gesehen. Das ist Quatsch, weil ich hauptsächlich B.B. King kopiert habe.“ Auch der beweihräucherte Blues-König erwies dem untertäningen Kollegen seine Reverenz: „Eric hat sich dem Blues mit Haut und Haar hingegeben, und dafür respektiere ich ihn. Er besitzt wirklich den Blues, obwohl er kein Schwarzer ist.“

Sorgt das Titelstück „Riding With The King“, eine John Hiatt-Komposition aus den frühen Achtzigern, mit seinem Unisono-Gesang für eine gutgelaunte Einstimmung, so markiert der Fernwehklassiker „Key To The Highway“ einen ersten Höhepunkt. Seit dreissig Jahren umkreist Clapton in zahlreichen Interpretationen diesen Big-Bill-Broonzy-Blues mit immer grösserem Gespür für die Grenzen ungestillter Sehnsucht. Im Wechselspiel von zwei Akustikgitarren liefern King und Clapton ein Paradebeispiel ihrer Picking-Eleganz. Schon hier sind die Markenzeichen der beiden unüberhörbar: Die bis zum Zerreissen überdehnten, langgezogenen Noten von King, mit denen er den Sound einer Slide-Gitarre nachahmt, Claptons jubilierende Lässigkeit und sein weiches Vibrato – all das kondensiert in wechselseitigen Kommentaren.

Und dann der „Three O’Clock Blues“, jene herzerweichende Ballade, mit der B.B. King Anfang der 50er Jahre seinen Durchbruch schaffte: Clapton gibt seinen delikaten Tonerfindungen Raum, lässt sie atmen und ihren molligen Glanz entfalten. Kings „Lucille“ fleht und bettelt dazu, bis alle Traurigkeit in triumphalen Gesten aufgehoben wird.

7 Gedanken zu “

  1. Mit dem Blues an sich hab ich es ja nicht so. Auch störte mich so bissl Claptons Sidekickabgras-Phase: Eene mit B.B.King; eene für den Johnson, leider tot, sonst hätte der auch noch selber mitmachen müssen; eene mit C.C.Cale, dann sollte es noch eene mit Robbie Robertson werden, die dann aber eine richtige Robbie Robertson wurde, auf der nur Clapton der stille Sidekick war.

    Aber schön geschrieben isses. Vielleicht hör ich doch mal rein.

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    1. „Riding with the King“ ist ein Album, dass die Handarbeit von B.B. King und Eric Clapton eindrucksvoll aufzeigt. Wer sich aber mit längeren Gitarrensoli nicht anfreunden kann oder will, für den bleiben nur zwei oder drei Songs übrig, die „richtig produziert“ wirken, der Rest wirkt teilweise spontan und improvisiert. But that’s the Blues…

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    1. I think, this is a really easy, relaxing listen. And it’s B.B. King who shines throughout. He does most of the singing. Clapton is his usual self and he is wise enough to let B.B. take the lead in signing on most songs

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    1. This may be a good album to start learning where Clapton’s influences came from. My favorites – „Riding with the King“ and „Key To The Highway“ take both classic songs to new heights.

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