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Creedence Clearwater Revival, Proud Mary, 1969

Text/Musik/ John Fogerty

Produzent/ John Fogerty

Label/ Fantasy

Mit „Proud Mary“ ging es damals los und ab, 1969. Das Intro: ein Riff, zwei Akkorde im Wechsel zunächst, nochmal ansetzend, und noch mal, bevor dann die Band einstieg, zu der noch Johns älterer Bruder Tom an der Rhythmusgitarre zählte: kompakt, kraftvoll, straight. Das war das klassische Creedence-Opening, nach diesem Muster zelebriert auf fast allen Hits dieser Band, und mit welcher Energie und mannschaftlicher Geschlossenheit das jeweils abging, kann man nachdrücklich ermessen, wenn man sich die Live-Aufnahmen zu Ohren führt, die John Fogerty 1998 unter dem Titel „Premonition“ einspielte und von denen – sorry – kein Titel die Power des Originals erreichte.

Mit „Proud Mary“ ist bekanntlich keine angebetete, aber unnahbare Schöne, sondern ein behäbiger Mississippi-Schaufelrad-Dampfer gemeint. Über das Ambiente dieses in den Swamps des Südens angesiedelte Lied ist schon manch Kluges und viel Blödes geschrieben worden. Wer aber Deep South nur mit Country, White, Redneck, reaktionär assoziiert, dem ist eh nicht zu helfen. Und wer darin vorallem eine Beschwörung des vormodernen Amerika eines Mark Twain entdeckte, in dem alles seinen Platz und seine Ordnung hatte, sei zumindest daran erinnert, dass diese rustikale Welt bei CCR zwar immer wiederholt und vorallem als Fluchtpunkt fungierte („Green River“, „Up Around The Bend“), über ihr gelegentlich aber auch drohend ein „Bad Moon“ aufzog, wenn es zwischenzeitlich nicht sogar heftig wie metaphorisch regnete („Who’ll Stop The Rain“). Und „Fortunate Son“ schliesslich gehört untrennbar in das Amerika des Vietnam-Krieges.

13 Gedanken zu “

  1. Die Songs von CCR waren schlicht Klasse , und “Proud Mary” ist ein sehr gutes Beispiel warum – einfaches Arrangement, eingängige Melodie, John Fogertys perfekte Stimme für diese Art von Musik und ein guter Groove! Wie ich letzten Monat selber sehen konnte, bringt er diese Stücke nach 50 Jahren auch weiterhin mit sichtlicher Spielfreude und guter Energie herüber.

    Ike & Tina Turner’s Cover von “Proud Mary” ist eine der besten Covers, die ich kenne. Es gibt wohl niemand anderen, der dieses Stück so bringen kann wie Turner das tat. Auch dies hatte ich Gelegenheit mit eigenen Augen und Ohren in den Achtziger Jahren in der Dortmunder Westfalenhalle mitzuerleben – ein unvergessliches Ereignis!

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    1. Wir könnten nun darüber diskutieren, welche Version von „Proud Mary“ besser ist, das Orginal von CCR oder das Cover von Ike & Tina Turner. Im Grunde finde ich beide Versionen gleich gut, obwohl ich dem Original von CCR den Vorzug gebe. Fogerty himself habe ich auch mal live gesehen, anno 1997. Guter, solider Rock’n’Roll, der die amerikanischen Mythen River, Road und Railroad in einer Weise beschwor, als wäre die Zeit stehengeblieben, und hätte sich in all den Jahren nichts verändert – und vielleicht stimmt das in dem Fall ja wirklich.

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    1. Elvis gibt sein bestes live. Ich aber bevorzuge das Original von CCR. Hervorragend finde ich auch die Version von Ike & Tina Turner. Aber sowas ist halt wie immer eine Frage des Geschmacks des Einzelnen.

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    1. Doch soll hier nichts postum romantisiert oder gar nostalgisch verklärt werden: in Häusern mit Dächern lebten wir damals alle schon, hatten genug zu essen, meist sogar mehr als genug, und auch die Lokomotiven fuhren nicht mehr mit Dampf.

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    1. „Proud Mary“, „Bad Moon Rising“, „Travelin Band“ had not one tone too much and went just over the two-minute limit. An ability of timeless quality in thundering techno times and endless repetition, perhaps never before so valuable as today…

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      1. The interesting thing is that all Creedence hits are made with the same recipe: Intro- 1st verse – refrain – 2nd verse – refrain – guitar solo – 3rd verse – refrain – fade out

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