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The Go-Betweens, Liberty Belle And The Black Diamond Express, 1986

Produzent/ Richard Preston

Label/ Beggars Banquet Records

1986 waren die Australier The Go-Betweens noch immer in England. Sie hatten zwar ihr altes Label Rough Trade verloren und hatten immer noch nicht den grossen Erfolg gelandet, aber jetzt wollten sie es mit neuem Label und mit neuem Elan noch einmal wissen. Songwriter Robert Forster hatte sich vorgenommen „einfachere“ Songs zu schreiben, sein Freund Grant McLennan sollte mehr Einfluss bekommen und es sollte Pop-Hits geben. Aber natürlich können die Go-Betweens nicht banal werden – dazu sind sie zu intelligent.

Wenn das Album „Liberty Belle And The Black Diamond Express“ „poppiger“ tönt, dann im positiven Sinne – etwa so als würden die Beatles und Velvet Underground gemeinsam Musik an einem verregneten Sonntagnachmittag machen. Jeder Song hat einen eigenen Stil. Laut Drummerin Lindy Morrison hätte jeder Song ein Hit werden können, aber weder das pastorale „Spring Rain“ noch das melodisch feine „Head Full Of Steam“ – beide als Single veröffentlicht – hatten einen grössseren Eindruck in den Charts hinterlassen, einfach weil sie zu intelligent für das Mitt-Achtziger Radio waren.

Für „The Wrong Road“ wurde ein Orchester angeheuert, und auch das konnten sie, genau wie beim spannenden „In The Core Of A Flame“, die wunderbare und beständige Stilsicherheit der Go-Betweens war wahrscheinlich Segen und Fluch ihrer Karriere zugleich, egal ob sie  – wie zu Anfang ihrer Karriere – roh klangen oder „kommerzieller“ wie hier oder gar gediegen wie nach ihrer 12-jährigen Pause – immer blieben sie erkennbar, immer gab es da diese Leichtigkeit gepaart mit Melancholie und dem bisschen zu viel an Intelligenz um die grosse Masse zu erreichen. Ist “ Liberty Belle And The Black Diamond Express“ das beste Album der Go-Betweens? Könnte sein, aber da gibt es auch noch „Send My A Lullaby“ und „126 Lovers Lane“ oder „The Friends Of Rachel Worth“ oder „Oceans Apart“. Im Moment ist es dieses Album. Aber morgen… ?

8 Gedanken zu “

    1. „Dressed in a white shirt with my hair combed straight/ Here in my black shoes and me without a date…“ Der Song „Spring Rain“ ist ohne Zweifel einer meiner liebsten von „Liberty Belle And The Black Diamond Express“.

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      1. Solange sie abends das Wasser aus dem Stutzen der Sprinkleranlage sprühen lassen und die Gartenbeleuchtung einschalten kann, dürfte sie so beschäftigt sein, dass sie nicht weiter auf dumme Gedanken kommt.

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