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JD McPherson, Let The Good Times Roll, 2014

Produzent/ JD Mc Pherson, Mark Neill

Label/ Rounder Records

JD McPherson heisst der Mann aus Broken Arrow, der seine Karriere als Künstler erst mal auf Eis gelegt hat, weil er „Little Richard halt noch ein bisschen mehr liebt als Joseph Beuys“. Dabei verbietet sich jegliche Kritik an der Wiederbelebung halb vergessener Rock ’n’ -Roll-Klischees von selbst, wenn man sieht und hört, wie charmant der Mann aus Oklahoma „Let The Good Times Roll!“ brüllt.

Traditionsbewusst bis in die Knochen, aber auch mit dem Bewusstsein, das ein Hauch Radikalität besser kommt, wirft sich McPherson in klassische Rocker-Posen und spielt flinke Soli auf seiner Fendergitarre oder ratscht minutenlang auf einem Akkord herum, um dann wieder im verzweifelten Hinterhof-Loser-Stil seine harzige Stimme zu heben. Seine grossartige Band baut ihm mit minimaler Trommelkiste, geprügeltem Kontrabass, Schweineorgel und Saxofon eine sprühende Vintage-Kulisse.

Prächtige Hardcore-Rhythm-&-Blues-Songs erheben ihr Haupt, wilde Rockabilly-Ekstase und raubeiniger Hillbilly- Knarz, der das Leben im geschrubbten Frohsinn zelebriert. Die Gebietsansprüche reichen vom swingenden R’n’B-Zeug der 50er über gefährliche Brandung bis zum trockenen Tschank-a-Tschank-Beat, der die Geister von Bo Diddley bis zum letzten Delta-Blueser in die Körper der fünf Musiker fahren lässt. Eine Sache steht für JD McPherson jedenfalls unverrückbar fest: „Everybody likes rock & roll“.

11 Gedanken zu “

  1. … und er spielt morgen in München!
    Manchmal ärgere ich mich, dass Wien für viele gute Live-Musiker nicht attraktiv genug ist.

    Danke für die „Neuentdeckung“ an einem unschuldigen Sonntagmorgen!

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    1. Gern geschehen! Die Scheibe habe ich per Zufall in einem Plattenladen hier in Bern entdeckt. Das Album „Let The Good Times Roll“ lag damals in den riesigen CD Massen obenauf. Mir gefiel das Cover mit der Bärentatze und bereits nach dem ersten Durchhören überzeugte mich diese Musik, weil JD McPherson nicht in die übliche Retro-Falle tappt und versucht zu reproduzieren, was sich einfach nicht reproduzieren lässt. Live habe ich ihn leider noch nie spielen gesehen.

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    1. „Let the Good Times Roll“ has a spirit that recalls the best of the fifties like a refreshing wind that brings new life to a greatness that once was.

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  2. Bei diesem Album geht gut die Post ab. Den Namen JD McPherson habe ich irgendwann vorher schon einmal gehoert, kann mich aber nicht mehr an den Kontext erinnern – da hat wohl der gute Rock & Roll bei mir die ein oder andere Gehirnzelle zerstoert! 🙂

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    1. Musiker wie JD McPherson sind durchaus geeignet, dem diffusen Begriff der Americana klarere Konturen zu verleihen – und der mitunter drohenden depressiven Langeweile die raue Energie und den puren Spass des alten Rock & Roll entgegenzusetzen.

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    1. All albums by JD McPherson are good. He mostly wrote the songs himself. But there are also a few shimmering cover versions like „I Wish You Would“ by Billy Boy Arnold or Big Tiny Kennedy’s „Country Boy“.

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