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Jefferson Airplane, Surrealistic Pillow, 1967

Produzent/ Rick Jarrard

Label/ RCA

Während die Beach Boys den Hörern eine Vorstellung von der Surferkultur Südkaliforniens Anfang der sechziger Jahre gaben, vermittelten Jefferson Airplane mit „Surrealistic Pillow“ ein musikalisches Bild vom Sommer der Liebe und der freien Gedanken an der San Francisco Bay. Auf diesem zweiten Album tauchte zum ersten Mal die komponierende und Keyboard spielende Sängerin Grace Slick auf, die beide Erfolgstitel der Platte beisteuerte – das hart rockende „Somebody To Love“ und den Acid-Bolero „White Rabbit“.

Jefferson Airplane kombinierten, ebenso wie Grateful Dead, Folkästhetik und einige ihrer Formen mit entschieden elektrischem Ansatz. Das lispelnde „My Best Friend“ suggeriert den Sound des amerikanischen Westens, basiert aber auf der für die Westküste typischen Lebhaftigkeit. „3/5 Of A Mile In 120 Seconds“ ist Bewusstseinerweiterung in klassischer Blues-Rock-Form. „DCBA-25“ verbindet offenen Country Rock mit dem sparsamen, aber bissigen Schlagzeug der ersten Welle britischen Rocks und durchdringenden Anklängen an Psychedelica – und das alles in zweieinhalb Minuten. „White Rabbit“ lebt als Klassiker weiter – seine Bilder aus „Alice in Wonderland“, sein verführerischer Rhythmus und Slicks durchdringende Stimme bilden die perfekte Mischung für dieses kompakte epische Meisterwerk.

Greatful-Dead-Gitarrist Jerry Garcia hat die Lieder „as surrealistic as a pillow is soft“ genannt und der Band damit einen Albumtitel geschenkt. „Surrealistic Pillow“ von den Jefferson Airplane ist eines der ganz wenigen halluzinogen beeinflussten Alben, in dessen daunenweichen Treibsandkissen-Soundgewebe man sich heute noch verlieren kann.