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The Kinks, Everbody’s In Show-Biz, 1972

Produzent/ Ray Davies

Label/ RCA

Die Doppel-LP „Everbody’s In Show-Biz“ ist ein halb im Studio, halb live aufgenommene Platte. Seite drei und vier dokumentieren die Kinks plus Bläseresemble live auf ihren ausgedehnten Tourneen der letzten Jahre. Seite eins und zwei zeigt die Kinks mit vielen Highlights aber keineswegs mit einem durchgängig überzeugendem Studioalbum.

„Here Comes Yet Another Day“, das erste Stück auf dem Studioalbum ist eine energische Fusion von Gitarrenrock mit leicht schrägen Bläsersätzen. Der Titel verrät schon etwas über den vermeintlichen Glamour des Lebens „on the road“. Zum gleichen Thema passt das ruhige, sparsam instrumentierte „Sitting In My Hotel“. Countryrockmässig kommt die Gourmetkritik zu den Köstlichkeiten englischer Autobahnraststätten in „Motorway“ daher. „Supersonic Rocketship“ erschien als Single in Grossbritannien. Mit dem harmlos, nostalgisch klingenden „Look A Little On The Sunny Side“ rechnet Davies mit den Kritikern ab, denen die Kinks nicht ernsthaft genug bei der Sache zu sein scheinen.

Mit dem letzten Song zeigen die Kinks, dass sie trotz kleiner Schwächen nichts verlernt haben. Eigentlich hätte „Celluloid Heroes“ ein Monsterhit werden müssen. In dieser wunderschönen Ballade, deren Melodie der von „Waterloo Sunset“ in nichts nachsteht, stellt Ray Davies das Image legendärer Hollywoodstars der Realität gegenüber. Er zeigt Greta Garbo, Rudolf Valentino, Bette Davies, Bela Lugosi und andere als zerbrechliche Persönlichkeiten hinter einer übermächtigen Starfassade. Und obwohl er auch den harten Überlebenskampf der Erfolglosen oder längst Vergessenen beschreibt, singt er „I wish my life was a non-stop Hollywood movie show… / because celluloid heroes never feel any pain and celluloid heroes never really die“.

7 Gedanken zu “

    1. Quarter studio, 3/4 live. Some of the live cuts seem a bit redundant, but studio songs like „Celluloid Heroes“ and „Hot Potatoes“ are timeless. The Kinks sound was very special in this era; somewhere between glam dance hall and punk brass band.

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      1. I like The Kinks because they remained through all the transformations a band who didn’t join in the industrialization of rock music. No big stadiums, no video screen, no fog machine, no dry ice. Without playback.

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