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Howlin‘ Wolf, Moanin‘ In The Moonlight, 1959

Produzenten/ Chess Brothers, Willie Dixon, Sam Phillips

Label/ Chess Records

Howlin‘ Wolf wuchs auf einer Baumwollplantage in Mississippi auf, eigentlich sogar auf mehreren. Als Teenager zog er nach Ruteville im Delta um, wo seine Eltern auf Young und Maras Plantage arbeiteten. Der Country-Blues-Mann Charlie Patton lebte auf einer Plantage in der Nähe von Young und Maras. „Er hat mir viel beigebracht“, sagte Howlin‘ Wolf. „Er zeigte mir Sachen auf der Gitarre… abends nach der Arbeit ging ich hin und hing da rum… das meiste habe ich von Charlie Patton und von den Platten von Blind Lemon Jefferson.“

Howlin‘ Wolf fungiert als sehr wesentliches Bindeglied zwischen den ursprünglichen Einflüssen des Country Blues und des städtischen R & B, zu dessen Hauptexponenten er zusammen mit Muddy Waters im Nachkriegs-Chicago wurde. Lange bevor er seine erste Platte machte (1951) spielte er schon (neben seiner Farmarbeit) mit Robert Johnson und dem zweiten Sonny Boy Williamson, von dem er das Mundharmonikaspielen lernte.

Wolf lebte in Memphis, als er 1951 „Moanin‘ At Midnight“ und „How Many More Years“ aufnahm. Ike Turner, der als Talentsucher für RPM Records in Los Angeles und Sun in Memphis arbeitete, arrangierte die Aufnahmesession und Sam Phillips von Sun sorgte dafür, dass Chess Records aus Chicago, die beiden Plattenseiten veröffentlichte. Sie hören sich ziemlich primitiv an, so primitiv, dass man leicht versteht, warum Chester Burnett alias Howlin‘ Wolf bekannt wurde. Über einem ein- oder zweitaktigen Riff, das wie hypnotisch vom Anfang bis zum Ende der Aufnahme wiederholt wird, heult und stöhnt der Wolf eher unfertige Textzeilen.

„How Many More Years“ kam 1951 in die R & B Charts. Mit diesem Titel und mit „Smokestack Lightning“, „Killing Floor“ und „Sittin On Top Of The World“ kreierte Howlin‘ Wolf einen Sound und einen Beat, der auf die Chicago-Musiker ungemein Einfluss hatte – er spielte in vielen Clubs, wo auch Muddy Waters auftrat – sowie auf die erste Welle der britischen Rockmusiker, einschliesslich der Beatles und der Stones. Junge Leute, die den schlaffen Sound der Popmusik langweilig fanden, begeisterten sich an der ungeschlifffenen Vitalität und Ausdruckskraft, die Howlin‘ Wolf hatte.

10 Gedanken zu “

    1. Yep, die ersten Aufnahmen machte Howlin’ Wolf bei Sam Phillips, dem umtriebigen Inhaber des Sun-Studios in Memphis, der ihn an verschiedene Labels, darunter Chess vermittelte. Übrigens: der Blues ist nie immun gegen Entwicklungen gewesen. So wie sich die Zeiten verändert haben, so hat sich der Blues verändert.

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      1. Wahrscheinlich sind die Dinge nicht so eindeutig auseinander zu halten, aber es gibt ein paar menschliche und musikalische Qualitätskriterien, an denen man echte Bluesmusiker erkennen kann, egal, ob sie berühmt sind oder nicht. Kreativität, Spontanität, Originalität, die Art der Selbstdarstellung gehören entscheidend dazu, instrumentale Virtuosität nicht unbedingt, aber der deutlich erkennbare eigene Stil schon. Die herausragenden Figuren sind immer die Erfinder, die Stilisten, die Exzentriker, die Abweichler, die Archaischen, auch die Virtuosen, soweit sie nicht das Genre verfehlen. Am Durchschnitt ist mit Recht die Soziologie interessiert. Die Wahrheit liegt in den Extremen, die Normalität trügt, auch im Blues.

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    1. Es verwundert mich nicht, dass Dir Howlin’ Wolf gefällt. Eine kraftvolle Stimme und energievolle Gitarrenriffs, wie sie damals kaum ein anderer spielen konnte. Wolf war übrigens auch einer von Zappas Blues-Heroen. Es gibt nicht allzu viele Aufnahmen, auf denen Zappa offen seiner heimlichen Liebe zum Blues frönt, eine der schönsten ist sicher „Road Ladies“ von „Chunga’s Revenge“.

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