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Iggy Pop, Candy, 1990

Text/Musik/ Iggy Pop

Produzent/ Don Was

Label/ Virgin

Mit seiner Band The Stooges gilt Iggy Pop als der Grandfather des Punk. Einen Platz in den Top 40 erreichte er allerdings nur ein einziges Mal – und das mit weiblicher Verstärkung, nämlich mit Kate Pierson von den B-52. „Candy“ war ein simpler Lovesong – aber einer, der so richtig abgeht.

Natürlich geht es in dem Lied um eine zerbrochene Liebe. Zuerst trauert er ihr hinterher: ein besonders hübsches Mädchen aus dem Norden, das sein Herz in Flammen gesetzt hat. Sie liess einen Traum wahr werden, den nur er selbst kannte: Un-voreingenommene Liebe, Liebe ohne Verpflichtungen, ohne Bedingungen.

Dann entführt der Song den Hörer in das Seelenleben der Frau: Die fühlt sich, als ob sie ein Loch in ihrem Herzen hätte, vermisst ihn, hat aber irgendwie gelernt, sich nichts anmerken zu lassen. Letztlich der Refrain des Songs, in dem beide singen : „Ich kann dich nicht loslassen. Das Leben ist so verrückt!“

Und wie verrückt das Leben ist! Wenn Sie genau hinhören: Der Refrain wird immer explosiver, gipfelt in einem wahren Aufschrei und zeigt: Liebe ist ein unsichtbares Band, dass die Liebenden miteinander verbindet. Es ist schon verrückt, wie Menschen aneinander hängen können. Menschen, die sich gefunden haben, die füreinander geschaffen sind. So wie zumindest in diesem Song Kate Pierson und Iggy Pop.

8 Gedanken zu “

    1. Ein Wüstling wollte der Mann nicht mehr sein. Und ein Faible für Balladen hat er angeblich auch schon immer gehabt. Jedesfalls hat mir „Candy“ mit Kate Pierson damals gefallen. Das ganze „Brick By Brick“-Album hingegen konnte mich nie ganz überzeugen, was wahrscheinlich daran liegt, weil die Produktion von Don Was stellenweise glatt geraten ist.

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      1. Iggy wollte damals noch genau so Wüstling sein, ich hab die Tour seinerzeit gesehen 😉 Oder er hat seine guten Vorsätze auf der Bühne einfach über den Haufen geworfen…
        Sehe ich beim „Brick By Brick“-Album genauso.

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      2. Ich habe Iggy Pop Mitte der 80er Jahre auch live gesehen. Der Mann war einfach beweglich und fit. Nichts deutete auf seine Drogenvergangenheit hin. Aber trotz der recht guten Begleitband, gibt es von diesem Konzert nichts, was bei mir nachhaltig hängengeblieben ist.

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      3. Fit war er zu der Zeit, keine Frage, auch heute noch. Auf der Bühne hat er sich ab und an immer noch gerne daneben benommen. „Do you want to see my dick“, und dann hat er auch schon damit rumgewedelt, mehr sag ich nicht. Konzertant war das eher immer durchwachsen, schon klar. Die Comeback-Tour mit „Blah Blah Blah“ war eher durchwachsen und musikalisch von geringem Wert, die „Brick By Brick“-Tour vom Songmaterial her einfach zu schwach. Am ehesten hat er damals noch mit „American Caesar“ Eindruck hinterlassen, guter Tonträger, sehr gutes Hardrock-Konzert… und nebenher noch den eigenen Gitarristen vermöbelt…

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      4. Vor ein paar Jahren habe ich ihn auf dem Gurtenfestival nochmals live erlebt. Mr. Pop sah mittlerweile aus wie gut abgehangenes Dörrfleisch und seine raue Stimme gurgelte bereits morbide in die laue Sommernacht auf dem Berner Hausberg, aber das Konzert war auf Fall kraftvoll und beeindruckend.

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