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Pere Ubu, Cloudland, 1989

Produzent/ Paul Hamann, Stephen Hague, Daniel Miller

Label/ Fontana

Natürlich ist „Cloudland“ die Ausverkaufs-Platte von Pere Ubu. Doch diese Band wusste damals bereits genau, was ihr Sound ist, welche grundsätzlichen, melodischen Möglichkeiten ihr offenstehen, welche Klänge verboten sind, so dass sie ohne Verluste ein Mainstream-Album machen konnten.

„Breathe“ basiert eindeutig auf „Every Breath You Take“ von Police. Eine solche Eingängigkeit wie auf diesem Album haben Pere-Ubu-Songs seit den „Modern Dance“-Singles nicht mehr gehabt. Konsequenterweise ist hier auch eine Ausgrabung aus jener Zeit ins Mega-Hit-Arrangement gesteckt worden: „Love, Love, Love“, ein Song der auch als 12inch Maxi als dancemässiger Club-Hit ausgekoppelt wurde. Dennoch fehlt in „Cloudland“ zwischen all dieser Mainstream-Harmonik nicht das vertraute Pere-Ubu-Element.

Auch David Thomas darf so singen wie immer und alle seine Lieblingsthemen und bis zum hundersten Mal „Sloop John B.“ einbringen. Mitten in einer Top-Ten Single, hört man dann das Gefiepe von Analog-Synthesizern, das eher in eine Horror-Stummfilm-Rekonstruktion-Soundsynchronisation aus den 70er Jahren passen würde. David Thomas erklärte später, sie hätten „Cloudland“ auf Anregung ihrer Plattenfirma gemacht. „Früher hat uns nie jemand gebeten eine solches Album zu machen. Aber jetzt, wo wir wissen, aus welchen Farben ein Pere-Ubu-Album prinzipiell bestehen kann, haben wir uns in diesen Farben auch einmal mit Landschaftsmalerei beschäftigt“.

14 Gedanken zu “

  1. I heard about a shipment of this and other albums to a boarded up building between two railway lines in London (Claphan Junction) by discreet listings in a magazine. I was working in he ‚city‘ suit and all – went down there and it was all boarded up. After lot’s of knocking someone let me in – looked at me dissaprovingly and said do you know what you want? I said yes. There were albums snaking everywhere I bought one each I could afford,

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    1. Das sehe ich auch so! Eine Kehrtwende kam dann erst wieder 1995 mit „Ray Gun Suitcase“. Für mich klingen die Songs auf „Cloudland“ heute nicht schlechter als auf anderen Pere-Ubu-Alben. Es ist halt Mainstream nicht wie in guten alten, feinen, sicheren Traditionen der Rockgeschichte, sondern Mainstream wie z.B. mit Tele 5 kompatibel.

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  2. Hätte ich nicht gelesen, dass das Pere Ubu ist, hätte ich es nicht erkannt. Klar, kann man auch mal machen, aber für mich ist da kein Mehrwert gegenüber den früheren Aufnahmen erkennbar.

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    1. Die Gefühlswelt von den früheren Pere Ubu Aufnahmen unterscheidet sich nicht wesentlich von anderen Drogen- und Introspektionsbands der 70er Jahre. Was bis zum dritten oder vierten Album im Zusammenhang mit der abrupten Rhythmik spannend gewesen sein mag, wurde dann in einem Stimmungssound eingeweicht. David Thomas hat ja auch immer verkündet, das seine Band Popmusik macht und wirkliche Popgrössen eher die „Avantgarde“ bedienen. Inwieweit das ernst gemeint war oder ist sei mal dahingestellt.

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  3. Lag zur Wendezeit überall rum und wurde überall verrissen. Da es 1990 herum für Ossis SO VIEL aufzuholen gab, hab ich regelrecht vergessen, es einmal anzustesten und bis jetzt nicht gekauft. Am kommerziellsten erscheint mir die „Pennsylvania“ von denen, die ich kenne. Die „Cloudland“ soll von The Fall inspiriert worden sein, weil sich David Thomas und Mark E.Smith sehr gemocht haben sollen.

    Meine Lieblings Scheiblette von Pere UBU ist inzwischen die ST Arkansas.

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    1. Ich finde „Cloudland“ aus heutiger Sicht eher stimmig als damals Ende der 80er Jahre. Pere Ubu hat seit seiner Gründung 1975 viel Bereitschaft zur Veränderung gezeigt. Heute bleibt zwar David Thomas als einziges Gründungsmitglied übrig, aber die Kontinuität, die die Beihaltung des Bandnamens rechtfertig, wird dennoch bewahrt. Die Vorstellung von Pere-Ubu-Scheiben hier wird also weitergehen…

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    1. This is their most accessible album. There are fun songs, some are pretty catchy. David Thomas‘ vocals are high-pitched, wild and warbling (as usual). Next to „Breathe“ I also like „Waiting for Mary,“ a joyous pop romp, retain enough of Pere Ubu’s prescious anarchistic imagination.

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