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Neil Young, Hitchhiker, 1976 (released 2017)

Produzent/ Neil Young, David Briggs, John Hanlon

Label/ Reprise

Es gibt von manchem guten Musiker aus der Rockszene Albums oder Songs, die aufgenommen worden sind – dann aber aus den unterschiedlichsten Gründen verworfen worden sind. Neil Young gehört auch zu diesen Künstlern, da er in seiner fast schon unendlich langen Karriere oft sehr sprunghaft agiert hatte.

Die zehn Songs auf „Hitchhiker“ sind in einer Nacht entstanden. Zehn wundervolle Songs, nur seine Stimme und die Gitarre. Neil Young sagt selbst: „Er habe die Lieder hintereinander weggespielt und höchstens mal Pause gemacht, „um Gras, Bier oder Koks“ nachzutanken.“

Vorallem „Powderfinger“ (bereits 1979 auf seinem Album „Rust Never Sleeps“ veröffentlicht) ist wohl die sentimentalste und nihilistischste Geschichte von allen grossen Neil-Young-Songs. „Look out, Mama, there’s a white boat comin’ up the river“: ein Western, der zurückführt zu Davy Crockett und „Lederstrumpf“ und den Filmen von John Ford. Der Junge hat von Anfang an keine Chance: Vater, Bruder und Big John sind nicht da, und er hebt trotzdem das Gewehr, „then I saw black and my face splashed in the sky“. Aus dem nirgendwo spricht er: „Think of me as one you’d never figured.“ Neil Young spielt den Song seit vierzig Jahren immer wieder, aber ich vergass zu atmen, als Margo Timmins ihn mit den Cowboy Junkies sang.

9 Gedanken zu “

    1. Ich habe die Musik von Neil Young in den frühen 70ern durch „Harvest“ und „After The Goldrush“ kennengelernt, aber ich habe damals nicht gedacht, dass ich diesen schwächlich und klein klingenden Mann immer und immer wieder hören würde. Neil Young war eben nicht, wie wir Jungs damals dachten, ein abgefeimter Poser und Verwundbarkeits-Darsteller, sondern er hat im Zickzack-Kurs immer wieder neue Wege gesucht um seine Musik zu retten oder zu überprüfen.

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    1. Neil Young hat sein Publikum und die Plattenfirmen so oft brüskiert, dass er heute machen kann, was er will. Er macht immer noch grossartige Konzerte. Er hört nicht auf, Songs zu schreiben und aufzunehmen, Filme zu machen, sein Archiv aufzubereiten, Verstärker und Gitarren auszuprobieren. Er darf mit schütterem Haar und einer Piratenflagge über dem Schlagzeug fünfminütige Soli spielen, die kein Anfänger riskieren würde.

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    1. I’ve heard it hundred times and musically it’s incredibly powerful, but I still can’t put my finger on the topic. Are the protagonists frontier soldiers/ homesteaders? in Vietnam? Drug smugglers? A great song!

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      1. Fox, to me it’s a song about the american Civil War times. „Powderfinger“ makes me think of the old „black powder guns“. A young guy left to make decisions in hard times.
        I love story songs and this pops all sorts of images with me. The best Robbie Robertson song he never wrote. I love theversion you posted but also the version with Crazy Horse.
        A band i dug way back, Beat Farmers, did a good version. I just thought it cool that they covered this particular song

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      2. You’re right, the story of „Powderfinger“ comes from the old west. It is awful and exciting at the same time – especially the version from „Rust Never Sleeps“ sounds to me like a helicopter attack in Francis Coppola’s „Apocalypse Now“.

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