cvrj6109-dukeellingtonjohnnyhodges-sidebyside.jpg

Duke Ellington & Johnny Hodges, Side By Side, 1959

Produzent/ Norman Granz

Label/ The Verve Music Group

Johnny Hodges war nicht gerade der innovativste Musiker. Eher schon der Beweis dafür, dass man mit einem Minimum von 25 Phrasen eine lebenslange Karriere bestreiten kann. Er schaffte es die ältesten Bluesphrasen auszupacken und dennoch nie langweilig zu wirken. Auch wenn er selbst so was von gelangweilig blicken konnte, wenn er sich bei Konzerten mit demonstrativer Langsamkeit von seinem Platz erhob und zum Mikrophon schlurfte, um sein Solo abzuziehen.

Johnny Hodges war länger als zwanzig Jahre der wichtigste Solist bei Duke Ellington, nahm aber auch unter eigenem Namen auf. Und wo immer die Altsaxophonstimme von Johnny Hodges erklang, trat alles andere in den Hintergrund. Sein Geheimnis ist das „Feeling“. In die Wärme, die sein Spiel ausstrahlt, kann man sich einhüllen. Kann sich wohlig umfangen lassen und darf sich geborgen fühlen.

Dass so viel „Feeling“ auch die Gefahr des Umkippens in sich trägt, wird bei manchen Aufnahmen von Hodges evident. Da trieft es dermassen von Sirup, dass es einem die Schuhe auszieht. Doch dem gegenüber stehen Unmengen herrlicher, bluesbetonter Soli.

Duke Ellington hatte für seinen Star stets ein paar spezielle Solonummern im Buch. Bei diesen ging es aber nicht um das Herzeigen akrobatischer Fingerfertigkeiten oder um saxophonelles Röhren. Das hatten beide nicht nötig. Ellington wusste Hodges‘ Qualitäten richtig auszunützen und seine Wärme, seine Phrasierung und seinen Blueston so innerhalb des Orchesterrahmens zu plazieren, dass aus jeder seiner Solonummern ein „Concerto füt Altsaxophon und Jazzband“ wurde.

7 Gedanken zu “

    1. I agree with you! One of the reasons I keep coming back to this music is how beautifully the rhythm sections are glued together. The other reason is the tone of Johnny Hodge’s alto sax – a ethereal smoothness combined with slyly familiar blues phrasing and a capacity for both wit and romance.

      Gefällt 1 Person

      1. You having me reaching for the record (Which isn’t hard). I just picked up a double piece called ‚JH at Sportpalast, Berlin‘. Well said Fox. I love his sound. Perfect player for Dukes music.
        Different style but I always like Charlie Rouse with Monk. Something about that combo moves me also.

        Gefällt 1 Person

      2. Yep! Monk and Rouse and had a close relationship in years. „Monk’s Dream“ is an excellent work of this. If you like Johnny Hodges, there is a remarkable collaboration between him and Gerry Mulligan.

        Gefällt 1 Person

Die Kommentarfunktion ist geschlossen.