grande.jpg

Dr. John, Gumbo, 1972

Produzent/ Harold Battiste, Jerry Wexler

Label/ Atco Records

Dr. Johns Karriere geht bis in die Fünfzigerjahre zurück, als er in Big Bands Gitarre spielte. Zum Klavier wechselte er, nachdem ihm bei einer Eifersüchtelei unter Freunden beinahe ein Finger abgeschossen worden war. In Zeiten von Woodstock war er eine Hippie-Ikone: Dr. John, der Nighttripper, schmückte sich mit mächtigen Federbüschen, sang über Voodoo und mixte das Ganze mit Psychedelic. Auch die Texte waren seltsam: Wo hörte man sonst schon minutenlang einen Drogen-Haiku-Satz wie „Danse Kalinda Ba Boom“?

1972 hat Dr. John mit „Gumbo“ wieder zu seinen Ursprüngen in New Orleans gefunden, indem er etliche Klassiker der Musik-Stadt eingespielt hat: ob es Roy Byrd alias Prof. Longhair, Huey Smith, Earl King oder Ray Charles mit einem frühen Hit aus seiner New Orleans-Zeit ist – von „Iko Iko“, „Big Chief“, „Mess Around“, „Let The Good Times Roll“, „Tipitina“, „Stack-A-Lee“, „Those Lonely Lonely Nights“ bis zu einem Huey Smith-Medley wird alles geboten. Hervorragend instrumentiert und arrangiert, ist das Album einer von vielen Höhepunkten von Dr. Johns Karriere.

Der einzige „Schwachpunkt“: das Album wurde nicht in New Orleans aufgenommen, sondern in Kalifornien. Das hat der Nighttripper erst in seinem späteren Meisterwerk „Goin‘ Back To New Orleans“ korrigieren können, als er nach langen Jahren in New York anfangs der Neunziger nach New Orleans zurückkehrte. Warum wollte ein Journalist wissen. Es sei so, gab der Doktor zurück, frage man einen Musiker in New York, ob er beim nächsten Auftritt einspringen könne, sage der: „Was kannst du mir zahlen?“ Anders in New Orleans dagegen: „In welcher Tonart ist das erste Stück?“

11 Gedanken zu “

    1. Sein Auftritt in „The Last Waltz“ war ja ganz in Ordnung. Aber Dr. John alias The Nighttripper alias John MacRebenack, Schüler des grossen Professor Longhair ist vorallem New Orleans, Witz, Romantik, Blues, Jazz… und noch viel mehr.

      Gefällt mir

    1. „Gumbo“ ist ein unglaubliches Album, abwechslungsreich vom Anfang bis zum Ende. Wer auf schweren, schwülstigen Sound der 60ger/70ger steht wird hier zu 100% fündig. Eine wilde Mischung aus Funk, Soul, Voodoo, Jazz und weiss ich noch was ergeben einen unglaublichen, atmosphärischen Sound. Genau so wie Du sagst: Oberaffengeil… so cool.

      Gefällt 1 Person

    1. This is a fox classic too, pure musical gumbo from the master pianist and spunky singer known as Dr. John. It isn’t nearly as weird as his early albums ( I’ll come back on stuff like „Gris Gris“ or „Babylon“ ), but a lively, infectious blend of jazz, blues, and cajun soul. The cover tunes and arrangements of traditional songs are all done with zest and flair, while the one original song, „Somebody Changed The Lock,“ is a splendid, catchy tune. It’s a thorougly enjoyable listening experience.

      Gefällt 1 Person

      1. Yep, „Duke Elegant“ is a cool and classy collection of Duke Ellington classics done up in smooth funky „Big Easy“ style by Dr. John. Maybe you should go down to the „Jazz & Heritage“-festival this spring?

        Gefällt 1 Person

Die Kommentarfunktion ist geschlossen.