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Bob Dylan, The Freewheelin‘ Bob Dylan, 1963

Produzent/ John Hammond

Label/ Columbia

Während in den 50er und 60er Jahren die Folkmusik oft ein Stützpfeiler der amerikanischen Populärkultur war, verkörperte keiner die Spannungen jener Zeit so deutlich wie Bob Dylan. „The Freewheelin‘ Bob Dylan“ festigte seinen Ruf als nahezu perfekter Sänger/Songwriter, der zudem einen poetischen Einblick fürs Detail, Erfindungsgabe und Humor hatte.

Das Album unterstreicht Dylans Einsatz für soziale Veränderungen. (Auf dem Cover ist Dylan mit seiner damaligen Freundin Suze Rotolo in Greenwich Village zu sehen, wo er zuerst als Folksänger bekannt wurde). Drei der Songs – „Blowin‘ In The Wind“, „A Hard Rain’s A-Gonna Fall“ und „Masters Of War“ – scheinen das Verlangen einer ganzen Generation nach Veränderung auszudrücken, in vieler Hinsicht bleiben diese drei Lieder Dylans nachhaltigste Erfolge, die von vielen Künstlern aller Genres (Rap, Reggae und Country) nachgespielt wurden.

Damals wie heute sträubte sich Dylan gegen die Einordnung in eine bestimmte Kategorie. In Liedern wie „Don’t Think Twice, It’s All Right“ und dem grossartigen „Girl From The North Country“ versuchte er sich an tragischen Liebesballaden, wie auch an surrealistischen und sogar komischen Themen. Darin ähnelt die Platte dem Lebenswerk eines Mannes, der zu Dylans ersten Inspirationsquellen gehörte – Woodie Guthrie. Denn auch seine Lieder identifizieren sich in erster Linie mit den unterdrückten Massen der amerikanischen Gesellschaft. In dieser Hinsicht kann das Album als Manifest angesehen werden. Obwohl Dylan nicht als Sprecher jener Zeit gelten mochte, war dieses Album doch ein selten zeitgemässer Weckruf an sein Land.

6 Gedanken zu “

    1. „Don’t Think Twice, It’s Allright“ ist ein wunderbarer Song. Grandios böser, ja, zynischer Text zum Ende einer Beziehung. „The Freewheelin’ Bob Dylan“ ist dermassen stark, dass es sich lohnt, das Album wieder mal aus dem Schrank zu holen.

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    1. Bob Dylan ist schon auf so vielen Strassen unterwegs gewesen und hat schon die Wege unzähliger Menschen gekreuzt, dass es schwierig geworden ist, seine Songs zu interpretieren. Aber „The Freewheelin’ Bob Dylan“ ist die Scheibe, die ich empfehlen würde, wenn jemand mehr über diesen Mann wissen und hören will.

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    1. Dylan was definitely influenced by Woody Guthrie at the time. But „The Freewheelin‘ Bob Dylan“ is also the album that turned the Beatles on Bob, so good as Johnny Cash and probably every other performer at the time and afterwards!

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