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Screamin‘ Jay Hawkins, I Put a Spell on You, 1956

Text/Musik/ Jalacy Hawkins

Produzent/ Arnold Maxon

Label/ Okeh

“I Put a Spell on You“ ist eine wirklich aussergewöhnliche Platte. Nachdem sie 1956 bei Okek, den Sublabel von Columbia Records, herausgekommen war, wurde sie als „kannibalistisch“ gebrandmarkt und aus dem Radio verbannt. Die Band, zu der auch Saxophonist Sam „The Man“ Taylor gehört, spielt eine relativ dezente, bluesige Walzerbegleitung, während Ex-Boxer Hawkins sich durch seinen Text schreit, brüllt, heult und ächzt.

Der Song war kein grosser Hit, wurde aber schliesslich eine Million Mal verkauft, obwohl die Plattenfirma in späteren Pressungen Hawkins‘ Grunzen und Stöhnen herausschnitt. Hawkins erzählte gern, dass der Song ursprünglich als Ballade gedacht war und die Aufnahme nur deswegen so verrückt wurde, weil alle Beteiligten völlig betrunken waren. Angeblich konnte Hawkins sich an nichts erinnern und musste von der Platte lernen, wie er den Song live performen sollte. Der New Yorker DJ Alan Freed ermutigte ihn, mit seinem skurrilen Bühnenprogramm auf Tour zu gehen – er kam im Sarg auf die Bühne, trug einen Umhang und hatte immer seinen Schädel Henry dabei.

Jim Jarmusch verwendete „I Put a Spell on You“ 1984 in seinem Film „Stranger Than Paradise“, und Hawkins spielte den Empfangschef in Jarmuschs „Mystery Train“ (1989)

15 Gedanken zu “

  1. Ein absolut super und böses Lied. Ich habe es das erste Mal auf Sonique „sky“ gehört. Dann erst gemerkt, dass es nicht das Original ist. Sehr gut auch die Lip Sync version von ‎Jimmy Slonina. Sehr gern höre ich auch die Version von Them mit Van Morrison.

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    1. „I Put a Spell on You“ ist eine der sinnträchtigsten Melodien in der Musik der Moderne. Und auch eine der umstrittensten. Seit seiner beeindruckenden Entstehung wurde dieser Song mit der Avantgarde in Verbindung gebracht und auch ein Hang zu dunklen Mächten und strittigen Themen wird ihm nachgesagt. Es gibt unzählige Cover-Versionen; die beste ist für mich die von Creedence Clearwater Revival, aber die Version von Them, in welcher Van Morrisons Stimme mit der Saxophon Melodie korrespondiert, höre ich auch gerne.

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  2. Es ist schon bemerkenswert, was Alkohol anrichten kann!😆
    Dieser Song ist ein wahrer Killer, und es ist sicherlich kein Zufall, daß das Stück von so vielen anderen Künstlern interpretiert wurde.

    Gerade eben habe ich mir die Klasse Versionen von Nina Simone und Jeff Beck featuring Joss Stone angehört. Ganz besonders gut gefällt mir das Cover von CCR. Die Stimme von John Fogerty passt perfekt zu dem Song.

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    1. Du sagst es: der Legende nach kam Jay Hawkins mit der Absicht ins Studio, „ein anspruchsvolles Liebeslied“ aufzunehmen; stattdessen betrank er sich hemmungslos, gab sein unbekanntes Stück zum Besten, und schlief dann im Suff ein. Am nächsten Tag musste er sich den Song noch einmal neu beibringen. Der schräge Lied hat viele Cover-Versionen. Auch mir gefallen die von Creedence Clearwater Revival und Nina Simone am besten.

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      1. Thanks for that! I like how Serge takes it all in stride, and he seems gently be amused by having a gibbering, shrieking man sit across the keyboards from him.

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    1. „Mystery Train“ hat für mich zwar nicht ganz den Charme von „Stranger Than Paradise“, doch sind auch hier alle Zutaten enthalten, die Jarmusch-Streifen ihren eigenen, unverwechselbaren Charakter geben. Die beiden Filme verhalfen u.a. auch Screamin’ Jay Hawkins zu seinem Erfolg.

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    1. Thanks for the link CB! Excellent Screamin Jay Hawkins and saxplayer. I think Fogerty puts a wonderful new spin and flavour to the track… and it’s still as menacing as the original too.

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