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Wanda Jackson, Queen Of Rockabilly, 2002

Produzent/ Duncan Cowell

Label/ Ace Records

Rockabilly war eine Domäne der Männer, nicht nur in den paar Jahren seit 1955. Es gab höchstens noch Brenda Lee und Connie Francis, aber deren Musik war ungefährlich, weibliche, sexuelle Ein- oder Zweideutigkeiten wie bei Elvis – und damit dessen Wucht – fehlten im Rockabilly-Kosmos.

Aber da war Wanda Jackson, die mit Aussehen, Stimme, Persönlichkeit und Songs bewies, dass auch Mädchen gefährlich sein konnten. Sie hatte zunächst mit modernisiertem Country, High Octane-Stimme und blossen Schultern das Publikum im konservativen Nashville verstört, war mit Elvis getourt, hatte mit ihm Platten gehört und ihre persönliche Art von Rockabilly, Country und Rock’n’Roll herausgebildet. In den Jahren von ’55 bis ’58 hatte sie einige kleinere Hits gehabt, meist Versionen von Country-Klassikern – und auf ihren ersten Alben gibt davon genug und sie macht das mit ihrer jugendlichen Stimme grossartig – aber insbesondere ihre Versionen von „Whole Lotta Shakin‘, ihr „Money Honey“ und das ikonische „Let’s Have a Party“ dürfte Eltern bekümmert den Kopf schütteln haben lassen und jungen Mädchen seinerzeit bewiesen haben, dass Frauen mehr als Beiwerk beim Tanz sein können.

Dass diese unbändigen Ausbrüche von neuen und alten Country-Klassikern unterbrochen wurden, lässt Wanda Jackson heute erfreulich abwechslungsreich klingen. Zumal ihre Country-Heuler wirklich Stil haben. Nach dem weiteren, schon etwas zahmeren Album „There’s a Party Going On“ (1961) wandte sie sich der Religion zu und machte Pop, Country und Gospel. Ihre Funktion als Ikone des weiblichen Rock’n’Roll konnte sie damit nicht mehr zerstören. Und jetzt ist sie Kult.

12 Gedanken zu “

      1. Wanda Jackson is known today primarily for the rockabilly sides she did in the late 1950s, but for the bulk of her career she was a straight ahead country singer in honky tonk vein.

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