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Status Quo, Down Down, 1974

Text/Musik/ Francis Rossi, Bob Young

Produzent/ Status Quo

Label/ Vertigo

„Down Down“ existiert in mindestens zwei Versionen: Die Nadel benötigt auf der Single 3:57 Minuten bis zum Erreichen der Auslaufrille, auf der LP-Fassung („On The Level“, 1975) werden noch knapp anderthalb Minuten dazugejuckt, bevor der Tontechniker die Regler nach unten fährt und das Gitarrenbrett reichlich unspektakulär verschwindet, damit nicht noch einmal so ein Boogieriemen wie „Slow Train“ (auf der LP „Quo“, 1974) mit etwa acht Minuten Länge das Vinyl der Welt erblickt. Status Quo war jedenfalls die erste Band, die der Entdeckung der Endlosschleife was husteten und den einen Song fast unkenntlich variiert selber loopten bis zur Speerstunde.

Sich mit den Texten von Quo-Songs auseinanderzusetzen hätte theoretisch im Englischunterricht in der Sekundarschule der siebziger Jahre noch funktionieren können. Heutzutage lässt man ein Sinnieren über die Botschaft des „Get down deeper and down“ doch lieber bleiben.

Status Quo waren Fachleute für „down“. Sie zählten nicht gerade zu der Lieblingsband der Kiffer und Discotänzer, sondern gehörten mit Denim und mit Mittelscheitel zu dem von beiden Gruppen etwa gleich weit entfernten Mainstream. Ihre Songs waren Tanzbodenfüller auf Thirty-something-Parties im verschnarchteren Teil ihres Heimatlandes, wenn die um ihre Handtaschen tanzenden Damen den pintbewaffneten Herren Platz machten.

„Down Down“ erschien auf kaum einer Rock- oder Siebziger-Jahre-Compilation. Hinzu kommt, dass das Okaysein der Band in den Siebzigern von ihren damaligen Fans nicht an die nächste Generation weitergegeben wurde. Aber auf alle Fälle sind bei Parties und ähnlichen Gelegenheiten diejenigen Personen die interessantesten, die auf die Frage nach dem besten Status Quo Song nicht mit „Caroline“ oder „Roll Over Lay Down“ antworten, sondern mit „Down Down“.

20 Gedanken zu “

    1. I believe you. I saw Status Quo live twice in the 1970s. The group managed to add songs that were already excellent in studio versions, to add a new dimension live, and not just „blow up“ the numbers through longer versions, but to develop them fancifully and imaginatively.

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  1. Meine Cousine hatte die Single und nach dem hören kannte ich die Wordbedeutung von Schlaggitarre.
    Beim nächsten Einkaufsbummel waren dann die ersten und einzigen Hochabsatzstiefeletten mit Innenreißverschluß aus hellem Rindsleder für 49,90 DM fällig. Nur meine Jeansjacken habe ich nicht der Ärmel beraubt, never ever!
    Die Schnelligkeit war zu viel, die Soli zu wenig. Und dann waren da schon die Scorpions die 1978 den perfekten live Song mit Fly to the Rainbow“ ablieferten. Status Quo mit ihrem Doppellivealbum waren damit ebenfalls Geschichte. Wir werden diese Zeiten der Freiheit, des Experimentierens , des möglichen Wohlstands und der Bildung für jeden unabhängig von Herkunft oder Status voraussichtlich nie wieder erleben. „Down Down“ eben.

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    1. Schön gesagt! An den Kleider aus den 70er Jahren lässt sich heute ja so manches belächeln. Die Single „Down Down“ war damals ein kapitaler Hit. Der besondere Reiz des Stücks besteht aus dem Intro mit den flirrenden Gitarren, die abschliessend in einen donnernden Rocker übergehen. Auch auf ihrem ersten Live-Album zeigen Quo deutlich wo ihre Stärken liegen: Einfach mal, locker von Hocker abrocken bis die Schwarte kracht. „Status Quo – Live“ ist meines Erachtens neben „Live In Leeds“ von den Who und der „Irish Tour“ von Rory Gallagher eines der besten Liven-Alben der 70er Jahre.

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  2. Hey, das war aktuell in der Zeit meines Einstiegs in den Musikozean. Aber „Caroline“ ist doch das bessere Brett. Und „Roll over lay down and lets begin“ ist mindestens genauso anzüglich wie „deeper and down“.
    Ich bin anfang der Nuller Jahre mal in eis ihrer Konzerte geraten – und war sehr angenehm überrascht, die spielten da auch so untypische Nummern wie „On the Island“ und „25 Horses“ – und sie brachten generell alles sauberer rüber als KIss ein paar Jahre später an selber Stelle.

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    1. Status Quo waren Anfang der 70er Jahre einfach Kult. Mein Bruder liebte sie, meine Schwester war ein grosser Fan und auch ich war schon an zwei Konzerten… „Caroline“ ist zwar einer ihrer Klassiker, gehört aber für mich nicht unbedingt zu ihren ganz grossen Favoriten. „Roll Over Lay Down“ ist typisch Quo, konsequent und stur Boogie nach Blues-Schema-F, etwa so eintönig und trocken wie ein Zwieback in der Wüste.

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  3. I’ve liked what I’ve heard from them. This song…the guitar sound is great. I talk with people from the UK and many of them act as if they are really tired of them…they must get played a lot over there. In America, I’ve had to search them out…except Pictures of Matchstick Men.

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    1. „Pictures Of Matchstick Men“ was the first hit single by the Quo with a remarkable guitar intro and this psychedelic influence of the 60ths. A terrific album from beginnings in their new direction boogie-blues is „Ma Kelly’s Greasy Spoon“. My favorites: „Spinning Wheel Blues“, „Lazy Poker Blues“, „Junior ‚Wailing“. I also like the cover a lot.

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      1. Status Quo waren damals beliebt und beiden Konzerte (Bern, Festhalle, 1971/ Zürich, Kongresshaus, 1974) waren sehr gut. Beim Anhören von ihrem ersten Live-Album „Status Quo – Live“ bekommst du einen Eindruck davon, welchen Power die Band an den Tag legte.

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    1. The first live LP of Status Quo is the original one. I give „Live At Leeds“ a spin now even if my vinyl original edition in that cheap cardboard cover crumbles and crumbles.

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      1. I used to have thousands of vinyls many many years ago. Many of those old records were victims of my sense of order, but I still have the original „Live At Leeds“-album, because the sound on vinyl is awesome. Yes, there are some inserts like Peter Townshend’s notes for „My Generation“ and a poster for their early Marquee Club appearances in London.

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