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Calvin Russell, This Is My Life, 1998

Produzent/ Calvin Russell, Jim Dickinson, Joe Gracey

Label/ SPV Recordings

Dies ist eine Kompilation. Den Freunden des Texaners mag gedient sein, wenn ich hier den Aufkleber zitiere, der damals auf der CD war: „Best Of, incl. 3 new tracks“. Dabei sind die neuen Stücke Interpretationen von Dylans „Forever Young“ und Bobby Womacks „It All Over Now“ sowie die Eigenkomposition „This Is My Life“. Den Neuinteressierten sei diese Zusammenstellung wärmstens empfohlen, enthält sie doch mit „Crossroads“, „One Meat Ball“, „Soldier“, „Let The Music Play“ und vorallem „A Crack In Time“ die Höhepunkte von Calvin Russels Werk. Auch „Sam Brown“, „Common One“ und „Where The Blues Get Born“ sind in meinen Ohren typische Calvin Russell-Songs. Daneben gibt es eine sehr intensive Cover-Version von Townes Van Zandts „The Hole“. Zudem ist das Album produktionstechnisch durch das Mitwirken von Jim Dickinson auf höhem Niveau.

Calvin nannte diese gesammelten 16 Lieder „Geschichten, Erinnerungen und Gefühle aus einem Leben, das manchmal in der Ecke stand wie ein geladenes Gewehr und manchmal die Strasse runter lief wie eines armen Teufels Auto mit schlechten Bremsen. Einige der Gefühle vergingen so rasch wie ein Klopfen an der Tür, andere wurden zum bleibenden Knarren in den Angeln meines Schicksals“. „This Is My Life“ ist eine sehr gute Zwischenbilanz aus dem mühevollem Gefecht eines tapferen Soldaten, der leider am 3. April 2011 im Alter von 63 Jahren verstorben ist.

13 Gedanken zu “

  1. Ach Calvin… mir wird es wieder schwer ums Herz.
    (Die Kompilation habe ich nur als kopierte CD-R in meiner Sammlung. Nach einem sehr gut erhaltenen, preislich moderaten Original suche ich nach wie vor.)

    Danke für diesen Beitrag!

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    1. Kann sein, dass die „This Is My Life“-CD nicht mehr aufzutreiben ist, aber es gibt mittlerweile eine ähnliche Kompilation: „A Man In Full (The Best Of Calvin Rusell)“. Sie enthält auch Songs der späteren Platten, die mich aber zum Teil nicht so ganz überzeugen, gemessen an dem, was Calvin früher geleistet hat. Einer der stärksten Songs bleibt für mich immer noch „Crack In Time“. Ich mag die hörbare Wärme, wenn das Saxophon Russells Stimme mit viel Melancholie und Power umspielt. Herzlichen Gruss nach Wien.

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      1. Glücklicherweise besitze ich die „A Man In Full“ im Original, die ja auch Seltenheitswert erreicht hat. Es ist die DVD, die den Reiz dieser Kompilation ausmacht.

        „A Crack In Time“ gehört zu den besten Liedern von Calvin – neben „Crossroads“, „Soldier“ und „Let The Music Play“.

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  2. Also Musik zu brennen ist ein wunderbare Verfielfältigung, die Verfügbarkeit zu niedrigsten Grenzkosten ermöglicht und die Konzentration auf das Zentrum der Kunst die Musik.
    Früher mit Tonbänder waren Mechanik und manuelle Tätigkeiten angesagt. Heute können Dateien auf sämtlichen Datenträger verfügbar aus die Reise durch das Leben mitkommen.
    Ich freue mich diese Musik zu erleben.

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    1. Ich habe mir 1987 die ersten CD’s gekauft. Damals klangen viele CD’s schlicht beschissen. Ich erinnere mich an Santana-Teile, auf denen eiskaltes Rauschen die Gitarre überdeckte (und weit unangenehmer störte als das vergleichsweise organische atmende Knistern und Knacken verlebter Schallplatten). Alles Gewöhnungssache, wie ich nun heute weiss.

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      1. Interesting comparison! But to stay with Calvin Russell. With his first album on the french New Rose label „Crack In Time“ (already hit 60.000 sales after a few months), on gigs, European critics – and audience – on could precisely see what America, including Austin, has missed – „poetry, violence and sensitivity“ – the exisentialist hero as Texas rock’n’roller.

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