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The Who, Behind Blue Eyes, 1972

Text/Musik/ Pete Townshend

Produzent/ The Who

Label/ Polydor

Am Woodstock-Festival 1969 prügelte Pete Townshend den amerikanischen Politaktivisten Abbie Hoffman von der Bühne als dieser während des Who-Auftritts eine Rede halten wollte. Townshend sagte später, dass er eigentlich nichts gegen das Anliegen von Hoffman einzuwenden gehabt hätte: nämlich die Verurteilung des MC5-Managers und „White Panther Party“-Gründers John Sinclair zu kritisieren, der versucht hatte, zwei Drogenfahnder zwei Joints zu verkaufen. Was Townshend aber nicht so direkt sagte, war, dass er einfach von dem ganzen Chaos, das auf der Festivalwiese herrschte und von aufgeregten, zugedröhnten und häufig Unfug schwatzenden Hippies, die Schnauze voll gehabt hatte.

Aggressiv, laut und unberechenbar – seit ihrem Debüt-Album „My Generation“ von 1965 steckten die Who tief in dieser Schublade. Roger Daltrey, Pete Townshend, John Entwistle und Keith Moon galten als Sprachrohr eines aggressiven Teils der britischen Jugendkultur, der Mod-Bewegung. In den USA und bei uns standen sie für den Genre-Begriff „British Invasion“ – eine merkwürdige Mischung aus Angst vor Gewalt bei gleichzeitiger Bewunderung.

Im Mai 1969 kam dann die Rockoper „Tommy“, im August der legendäre Woodstock-Auftritt der Band – der Rest ist, wie man so schön sagt, Geschichte. Zwei Jahre nach Woodstock allerdings komponierte Pete Townshend einen Song, der dann in den USA als Single-Auskoppelung auf einmal ein Hit wurde: „Behind Blue Eyes“.

Inspiriert zu diesem Song hatte Pete Townshend der Selbstmordversuch eines engen Freundes. Und so wurde „Behind Blue Eyes“ ein Aufschrei gegen den Tod, gegen Verzweifelung und ein klares Votum für das Leben. Ein Leben, bei dem Freunde den Rücken stärken, füreinander da sind und verhindern, dass man in Depressionen und Einsamkeit versinkt. Ein Song, der trotz aller Trauer sagt: Das Leben ist viel zu schön, um es einfach wegzuwerfen.

11 Gedanken zu “

    1. „Behind Blue Eyes“ is without doubt a beautiful balladesque song. Every harmony, every mood, every guitar chord sits. I also like the transition to the full rock program at the beginning of the second third.

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