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Keith Richards, Talk Is Cheap, 1988

Produzent/ Keith Richards, Esteban Jordan

Label/ Virgin Records

Keith Richards hat als Gitarrist der Rolling Stones und als Songsschreiber mit Mick Jagger über 50 Jahre lang gezeigt, warum es keinen gibt wie ihn. Der 75-Jährige hat musikalisch den Status des Klassikers und biografisch die Altersphase des Verknitterns erreicht, hat also nichts mehr zu beweisen und macht deshalb, was er will.

Bereits bei seinem ersten Soloalbum von 1988 sieht man, dass Richards auch alleine gute Sachen hinkriegt. Damals hing der Haussegen im Lager der Glimmer Twins mächtig schief: Mick Jagger war auf Solotournee und hatte das Interesse an den Rolling Stones vorübergehend verloren, Keith Richards reagierte sauer und stellte seinerseits eine eigene Band zusammen. Mit exzellenten Musiker wie Drummer Steve Jordan, Gitarrist Waddy Wachtel und Bassist Charley Drayton spielte er dann „Talk Is Cheap“ ein – eine ruppige Reise durch den musikalischen Kosmos des legendären Gitarristen, die deutlich zeigte, wer das musikalische Herz der Stones ist. Knorriger Rock („Take It So Hard“) wechselt hier ab mit rustikalem Funk („Big Enough“) und vitalem Rockabily („I Could Have Stood You Up“) und herzlichem Memphis Soul („Make No Mistake“. Das vielleicht beste Soloalbum eines Rolling Stone, dem man auch heute nicht anhört, dass es mehr als dreissig Jahre auf dem Buckel hat.

17 Gedanken zu “

  1. What a band Keith assembled for this. The second I heard the intro to Take It So Hard I loved it and the album. This one and the Traveling Wilburys first album came out really close to each other and both took turns in my cassette deck in my car at the time…and my turntable.

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    1. Loved it when it first came out and I think this album sounds still fresh. Definitely fine Keith Richards with one deep low riff after another and a pulsating rhythm group. One just have to like him.

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      1. If you compare this record to 80s Stones records, only „Steel Wheels“ and maybe „Tattoo You“ could keep up with „Talk Is Cheap.“ All other discs are at least one level below, I mean. „Talk Is Cheap“ may not be a must-have album, but it’s a rock album with the bandleader’s heart and fervor.

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      2. Undercover“ was the first album of the Stones that I could barely get anything out of it. And at „Dirty Work“ seemed the differences between Jagger and Richards to be unbridgeable. The video for „One Hit (To The Body)“ also provides visual evidence, I hardly believe the apparent hostility was just in this clip. A few years earlier, they were still sitting arm in arm on a doorstep for „Waiting On A Friend“.

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      3. Without looking it up I think Dirty Work featured guest musicans galore for it and that is telling also.
        I do remember the One Hit video…you are right that told the story.
        According to Richards’s memoir, they have never completely bridged the gap…but well enough to work together.

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      4. „Dirty Work“ was perhaps the most shameless, most uninspired Rolling Stones LP, an self-plaguing disc, but I like the smell of punkrock, the noise and the uneconomic arrangements. As you said: Jagger and Richards still make music together, but maybe is the satisfaction not quite as well as in the beginning.

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    1. So wie Keith Richards lacht, singt er auch. Im besten Fall erinnert seine tabakisierte Stimme an den alten Bob Dylan. Im schlechtesten Fall ist nur noch ein Krächzen zu hören. Aber das spielt keine Rolle, denn das was Keith Richards macht, macht ihm so schnell keiner nach. Bestimmt ein würdiges Werk auf dem Weg ins Büro.

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    1. Richards hat „Talk Is Cheap“ mit den X-Pensive Winos, einer Band von Freunden, in entspannter Atmosphäre aufgenommen. Er dokumentiert darin seine Liebe zu den klassischen Stilen: Rock, Funk, Soul oder Reggae. Nötig ist das selbstverständlich nicht, originell schon gar nicht, aber Inbrunst und Unbekümmertheit des Bandleaders gleichen das aus.

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  2. Ich habe die Platte jetzt nach etlichen Jahren wieder aus dem Schrank geholt, ich wusste gar nicht mehr, warum ich sie so lange nicht gehört habe.

    Alles in allem finde ich sie etwas blutleer, irgendwie zündet sie bei mir nicht.
    Ausnahme: „It Means A Lot“… das Ding geht ab!

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    1. Für mich gibt es da ein paar schöne Songs auf dem Album: „ Take It So Hard“, „Make No Mistake“, „You Don’t Move Me“ und auch der Schlusspunkt „It Means A Lot“ gefällt mir. Richards Stimme halt ziemlich lausig, dafür gibt es die schneidenden Riffs seiner Gitarre und eine pulsierende Rhythmusgruppe.

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