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Bo Diddley, 1957

Produzenten/ Leonard Chess, Phil Chess

Label/ Checker

Trotz seines stolzen Spitznamens „The Originator“ und obwohl er jeden von Buddy Holly und Rolling Stones bis Jimi Hendrix und U2 beeinflusst hat, gab Bo Diddley einen ziemlich ungewöhnlichen Pionier ab. Er kam 1928 unter dem Namen Ellas Otha Bates in Mississippi zur Welt, war untersetzt und kurzsichtig, trug gerne karierte Jacketts und Fliege und seine rechteckige Gitarre war mit Hasenfell bezogen. Unvergesslich geworden ist er jedoch durch seinen allgegenwärtigen „Bo Diddley Beat“.

Nachdem er in Chicago Strassenmusik gemacht hatte, nahm Bo Diddley Ende 1954 Demoversionen zweier Songs auf: „Uncle John“ ( der später textlich entschärft und in „Bo Diddley“ umbenannt wurde) und „I’m a Man“, ein von einem älteren Muddy-Waters-Stück inspirierter Song (dessen Gitarrenpattern er beibehielt). Die beiden Songs wurden in den legendären Chess-Studios neu aufgenommen und erschienen im März 1955 als Diddley’s Debutsingle. Das erste Album zwei Jahre später brachte dann den Durchbruch. Die Platte wurde zu einem einem Nr. 1-Hit in den R&B-Charts. 1963 wurde Bo Diddley von den britischen Bands entdeckt, als er durch Europa tourte, wurden seine Rhythmen und Beats zur Vorlage für viele Tausend weisse Vorstadt-Garagenbands. Leider war Bo Diddley nicht fähig nach seinem Erfolg aufs Modernisierungs-Karusell zu springen oder aus seinem genialen Beat Kapital zu schlagen. Denn auf Riffs und Beats gibt es nun einmal kein Copyright. Er wäre sonst der Reichste von allen geworden.

This one goes out for my old friend Steve Dalachinsky (1946 – 2019). I remember when we first met in 1982. I was waiting for him at the train station in Bern and he came to me with this record in his hand.

8 Gedanken zu “

  1. Boah. Schlechtes Foto diesmal, weil untypisch-falsche Gitarre! Wo ist sein berühmtes Viereck? Ich fand in immer ein paar Nummern besser als Chuck Berry. Und zurecht wurde er in allen Jimi Hendrix Sendungen, die mir so unterkamen, als Wegbereiter gepriesen und gespielt.

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    1. Bo Diddley ist genial! Und er war einigen Grössen der Lehrer gewesen! Dies ist sein erstes Album von 1957. Bo ist hier noch mit einer einfachen Gretsch Jet Firebird zu sehen. Der Hut und die eckige Gitarre kamen später.

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  2. Bo Diddley war nie so recht mein Fall (auch nicht U2). Aber einmal mehr staune ich nur, mit wie wenigen und unaufgeregten Worten Du einem Rock-Fan die Zusammenhänge erklärst. Ganz großes Kompliment!

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    1. Danke! U2 war auch nie so recht mein Fall, aber Mr. Elias McDaniels schon. Seine Musik ist stark im traditionellen Blues verwurzelt, doch mit dem Jungle-Rock – einer Mixtur basierend auf Rhythm‘ n ‚Blues und perkussiv afrikanischer Rhythmen, ein bis dato nie dagewesener neuer Sound, der in die Geschichte eingehen sollte: der Bo-Diddley-Beat.

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    1. Steve was a downtown poet. He had a deep understanding for Jazz and lived with his wife Yuko and 2’000 records in a tiny flat in SoHo. We had contact for decades and met several times. I’ll miss him…

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