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Iggy Pop, The Passenger, 1977

Text/Musik/ Iggy Pop, Ricky Gardiner

Produzent/ The Bewlay Bros.

Label/ RCA

Wenn Iggy Pop und David Bowie fragen, ob du etwas hast, dass sie als potentielles Material für die die Folgeplatte zu „The Idiot“ verwenden könnten, lohnt es sich etwas Beeindruckendes in der Schublade zu haben. In einer Berliner Wohnung überraschte Prog-Rock-Studiomusiker Ricky Gardiner mit den eingängigen Akkorden für „The Passenger“.

In „The Passenger“ lässt Iggy sich in der Rolle des Beobachters ganz entspannt durch die Exzesse der späten 70er Jahre chauffieren. Als Inspirationsquelle dienten ihm seine Streifzüge durch Berlin. Aber die düstere Ausrichtung des Textes passte überhaupt nicht zu den Umständen, in dem Gardiner seine musikalischen Idee hatte. An einem, wie er sagte „idyllischen Frühlingsmorgen“schlenderte er, die Gitarre in der Hand, „an leuchtenden Apfelblüten vorbei“, als er sich dabei ertappte, die unwiderstehlichen Akkorde zu spielen. Die nahm er einfach auf eine Kassette auf und schickte sie Iggy, der dann über Nacht einen Text dazu schrieb.

Der Song gilt zwar heute als Rockstandard, versauerte nach der Veröffentlichung aber auf der Single „Success“, die ihrem Namen keine Ehre machte. Erst die Verwendung für Soundtracks und Werbung brachte „The Passenger“ Anerkennung. Auch die Coverversionen, von Bauhaus bis The Banshees konnten die Bravour des Originals nur hervorheben.

7 Gedanken zu “

  1. In Zeiten wo jedes dritte Guck-mir-beim-Computerspielen-zu-Video bei YouTube das Wort „episch“ enthält, ist dessen Bedeutung etwas verwässert worden. Allein ist „episch“ die einzig passende Beschreibung für diesen Song.

    Grüße aus Berlin in den späten 2010ern 🙂

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    1. Dieser scheppernder, sich stets wiederholender Schrammelpunk, ist pure und simpel – und eben daher unerreicht genial! Ein Hochlied auf Langweile und Trostlosigkeit. Der Text hatte Iggy Pop während seiner Zeit in Berlin geschrieben; inspiriert wurde er dabei durch ein Gedicht von Jim Morrison und den Titel des Michelangelo Antonioni-Films „The Passenger“.

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