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The Kinks, Give The People What They Want, 1981

Produzent/ Ray Davies

Label/ Arista

Die Kinks hatten viele verschiedene Phasen mit unterschiedlichsten Besetzungen und Ausdrucksformen. Für mich ist dieses Album der Beginn einer sehr hörenswerten, aber leider weitgehend vergessenen Schaffensphase Anfang der 80er, die ausser „Give The People What They Want“ auch die folgenden Alben „State Of Confusion“ und „Word Of Mouth“ einschliesst. Die Zeit des steilen Aufstiegs von MTV, wo die Kinks, obwohl schon damals alles andere als frisch, mit sehenswerten Musikvideos durchaus stattfanden. Man bleibt zwar beim Rock, doch Musik und Texte werden wieder deutlich cleverer. Ray Davies findet sein Talent für biestige, intelligente Texte wieder. Auch der Titel des Albums ist schon eine klitzekleine Provokation (auf der Rückseite findet er seine Fortsetzung in „We hope everybody gets what they deserve“).

Musikalisch wird das Album mit „Around The Dial“, einem Riff-Rocker mit gutem Refrain eröffnet. Das Stück beschäftigt mit der etwas voyeuristischen, aber jeden von uns von Zeit zu Zeit bewegenden Frage nach den Grenzen des öffentlichen Wissens über in der Öffentlichkeit stehende Personen.  Als nächstes folgt das etwas hektische Titelstück ohne guten Refrain. „Killer’s Eyes“ verpackt Ray’s Gedanken zum Papstattentat als ruhige Ballade. „Predictable“ ist ein eingängiger Song mit hübscher Gitarrenmelodie. Trotz Pressung als Picture-Disc und einem fantastischen Video, blieb das englische Publikum starrköpfig und opferte sein Geld lieber einer der gerade angesagten Elektropopsensationen. „Add It Up“ beendet die erste Albumseite als Rocker im mittleren Tempo ohne besondere Ohrwurmqualität.

In „Destroyer“ arbeiten die Kinks Text- und Melodieschnipsel vergangener Tage als ironisches Selbstplagiat ein. „Yo-Yo“, einem langsamen Stück mit Akustik und später Heavy-Gitarre und einigermassen eingängigem Refrain folgt dann ein Songmodell der Marke Standard-Hardrock. Mit „Art Lover“ gelingt ihnen dagegen eine hübsche Ballade mit einem Touch Sixtiessound. In „A Little Bit Of Abuse“ singt Ray zu gitarrenbetonter Begleitung über das Thema häusliche Gewalt. Den Abschluss macht dann die schöne Single „Better Things“.

10 Gedanken zu “

  1. My first time buying a new Kinks album and I wasn’t disappointed. I still listen to it to this day. The title track hooked me right away. This is when I became a big Kinks fan. I had heard their seventies music and I really liked it…this album cemented it.

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    1. I really like this era of the Kinks though it may not be so known as their ’66-’71 period. „Give The People What they Want“ has held up great and the material transcends the time that has elapsed. „Predictable“ was one of the first video I saw on MTV.

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      1. I like this era also…I saw them during this span and they were incredible. More energy than their much younger opening act.
        It has held up great…Around the Dial and the repurposed Destroyer…love the line paranoia, they destroy ya

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      2. What I like about „Give The People What They Want“ is that although, or precisely because there are so many fatalistic, sad lyrics on the album, it ends very nicely with „Better Things“. I also saw the Kinks twice live (1978 in Zürich and in 1980 in Winterthur). They had a sense of humor, they listened to their audience and could adapt to any situation.

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      3. The Kinks and Def Leopard were playing on the same night…The Kinks in the smaller venue…I picked the right one…for me anyway.
        As a kid I was shocked by the song Give The People What They Want…the lyric about Kennedy’s brain. It did, however, start me thinking and appreciating different lyrics.

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  2. Tatsächlich habe ich auch nicht weiter verfolgt, was die Kinks machten, nachdem ich sie als Hitproduzenten der Sixties eingeordnet hatten. Erst später viel mir auf, das sie eine andere Klasse hatten, ich habe aber nie wieder was von ihnen gekauft.

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    1. Von den Kinks gibt es viele grandiose Alben aus den 60ern, von denen jedes anders klingt und die oft an wundervollen Ideen übersprudelt. Es gibt diverse theatralisch aufgebaute Konzeptalben aus den 70ern, über Vergänglichkeit, Schule und Star-Dasein, die viel zu selten gewürdigt werden, obwohl sie mitunter fantastisch sind. Da ist noch die Stadionrockphase Ende der 70er, Anfang der 80er und ab Mitte der 80er das durchwachsene, meist ignorierte Spätwerk, welches aber doch ab und an Highlights bietet. 

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