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Van Morrison, Wavelength, 1978

Produzent/ Van Morrison

Label/ Warner Bros.

„This is a song about your wavelength and my wavelength baby…“ singt Van Morrison im Titelsong und tatsächlich war diese Platte im Kontext 1978 eine sehr radiotaugliche Platte. Dies sahen einige als Indiz für Seichtigkeit. Mitnichten. „Wavelength“ ist durchgängiges Vergnügen, leicht, locker, wobei die bei Van Morrison allgegenwärtige Innenschau auch bei dieser Platte nicht zu kurz kommt. Trotz all der „Hey liley lileys“, „Dum derra dums..“ und anderer Lucky-Scat-Phrasen schwingt bei „Wavelength“ immer etwas mit was Van Morrison von den meisten anderen Sängern/Songwritern unterscheidet.

In „Lifetimes“ und „Santa Fe / Beautiful Obsession“ begegnen wir wieder dem grüblerischen Van Morrison. Auch das abschliessende „Take It Where You Find It“ klingt wie eine der grossen tiefen Van Morrison-Balladen. Auf der Platte gibt es aber überwiegen Pop-orientierten Sound und das gelingt Van the Man auf grossartige Weise . Rund anderthalb Jahre nach dem schwülen und jazzigen „A Period Of Transition“ kommt er mit dieser kommerziellen und leicht zugänglichen Platte um die Ecke.

Man liest über „Wavelength“ gelegentlich, dass es ein amerikanischtes Album sei. Da ist was dran, eigentlich passen das American-way-of-life-Amerika, vor allem Kalifornien und das Klischee von Kalifornien oder Amerika und Van Morrison überhaupt nicht zusammen. Dennoch macht die Platte Sinn, ist stimmig und für mich eines seiner grossen Werke.

15 Gedanken zu “

  1. Hm. Die Geschmäker halt. Der Song vom Video ist eher so ein Erklärbeispiel dafür, warum ich es nie zum Van-Morrison-Fan gebracht habe. (Obwohl ich z.b. die „beautiful Vision“ sehr mag) Ich finde, dass seine Stimme gerade in DEM Arrangement hier einige Male gefährlich verreckt. Immer wenn er Höhen herauspressen will, die nicht kommen. In so irischen Dudelsackarrangements wird das durch die Quäkerei der Blasebalge aufgefangen. Hier verendet er klanglich im luftleeren Raum. Not my cup of tea.

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    1. Van Morrison gehört nun mal zu den polarisierenden Gestalten der Musikgeschichte. Für mich enthält „Wavelength“ ein paar schöne Songs, auch wenn die auf dem Album verwendeten elektronischen Musikinstrumente heute technisch veraltet sind. 1979 hat er ja dann mit „Into The Music“ ein Album gemacht, das wieder von der irischen Grundstimmung geprägt ist.

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  2. I really like this album. I remember seeing him as a kid… before I knew who he was on Saturday Night Live singing Wavelength.
    When I got the album I was really stuck on Kingdom Hall. I like the bouncy feel of it.

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    1. Some critics think this a frustrating album, because it has the technologically production from late 70’s. I think there is some good material on it. „Kingdom Hall“ has a wonderful Synth Solo. I also love the bouncy reggae rhythm on „Venice USA“ and the punch of the tender and lovely „Hungry For Your Love“ is fantastic.

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      1. Venice USA is very good. Since you mentioned this I took another listen to the title track. I forgot how much I love that guitar solo. It weaves in and out with the synth perfectly. They play off each other really well.
        Checkin‘ It Out is a very likable song also.

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  3. Ich habe „Wavelength“ nach Deinem Post wieder aufgelegt, um mein Urteil zu überprüfen. Aber ich kann dem Album nach wie vor nicht viel abgewinnen. Es ist mir zu aufgedreht. Vor allem aber hadere ich mit dem Arrangement. Ende der 70er/Anfang der 80er haben sich ja etliche Rock-Heroen zu leichtfertig aufs Glatteis des elektronischen Sounds führen lassen. Ich frage mich bis heute, was einen Phil Collins geritten hat, „In the air tonight“ mit Donnergetrommel souverän zu pulverisieren. (Wie wohltuend klingt da die neue Fassung der beiden Schwestern von Larkin Poe.) Ausgerechnet er sowie Genesis-Kompagnon Peter Gabriel haben den Drum-Computer salonfähig gemacht – und ihre Musik aalglatt. Von diesem Elektro-Fieber hat sich auch Van Morrison anstecken lassen. Dabei habe ich nichts gegen elektronische Elemente in der Musik. Nur wirkt es auf „Wavelength“ so wie das Stück Zucker zuviel im Kaffee.

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    1. Danke für Deine Aufmerksamkeit! Mir gefällt das Album trotz nicht so guter Kritiken recht gut. Es hat eine locker-entspannte Ausstrahlung und sorgt für gute Laune, wobei auch die Innenschau nicht zu kurz kommt. In dem Song „Kingdom Hall“ z.B. geht Morrison zurück in das Belfast seiner Kindheit, wie er an der Seite seiner Mutter einen Gottesdienst der Zeugen Jehovas besucht. Musikalisch unterscheidet sich „Wavelength“ von den früheren Morrison Alben vorallem durch den Pop-orientierten Sound und dem verstärkten Einsatz von Keyboards. Auch wenn das Album bereits 1978 erschienen ist, gehört es für mich in die 80er Jahre. Und da ist der glatte, von Synthesizern geprägte Sound von Peter Gabriel oder Kraftwerk nicht weit entfernt.

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      1. I certainly don’t anticipate his new stuff like i used to but there’s is always music there to remind me why I’m a fan. Like an old friend but i have some ideas that I think Van should hear. Maybe we can fix him up with T Bone and get some juice going.

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      2. I have to correct myself, CB! His latest album „Three Chords & The Truth“ is exceptional: Back to the roots, no (superfluous) jazz standards, generally hardly any jazz, but blues, swing and a lot of Celtic Soul, as only Van The Man can master.

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