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Johnny Cash, Solitary Man, 2000

Produzent/ Rick Rubin

Label/ American Recordings

Johnny Cash hat ein Alterswerk hinterlassen, das nun wirklich seinesgleichen sucht. Meisterwerke allesamt! Deren vier Alben sind unter der Regie von Rick Rubin entstanden. „American III: Solitary Man“ umfasst vier Eigenkompositionen und zehn Coverversionen, die von Johnny Cash auf seine unnachahmliche Weise interpretiert, zu seinen eigenen werden. Herausragend sind das Titelstück „Solitary Man“ (Neil Diamond), „One“ (U2), „I See A Darkness“ ( im Duett gesungen mit Komponist Will Oldham), „The Mercy Seat“ (Nick Cave & Mick Harvey). Nicht minder exquisit sind die Eigenkompositionen von Johnny Cash, allen voran das ausgezeichnete „I’m Leavin Now“.

Der Man in Black hat  mit „Solitary Man“ ein altersweises Monument geschaffen, wie ein langer Abschied, leicht in all seiner Schwermut. Im Booklet schreibt Cash: „This album has been a long time coming, and I feel another in there somewhere“. Er tat es wirklich nochmals: 2002 erschien „American IV: The Man Comes Around“, in Aufbau und Ausführung ähnlich wie „Solitary Man“ und genau so exzellent anzuhören.

2003, nur wenige Monate nach dem Tod seiner Ehefrau June Carter Cash, verstarb auch Johnny Cash im Alter von 71 Jahren an den Folgen seiner Krankheiten. Anschliessend erwähnt seien noch die letzten Zeilen des „Solitary Man“ Booklets von Johnny Cash: „Life and love go on. Let the music play“.

17 Gedanken zu “

  1. Wahnsinn. Vor genau 1 Woche hab ich Vol. IV wieder hervorgeholt, und blieb just wieder bei „The Man comes around“ und dieser unglaublichen Version von „Bridge over troubled water“ mit Fiona Apple hängen.

    Dein Beitrag zu diesem Lebenswerk hätte zu keinem besseren Zeitpunkt kommen können 🙂

    VG, René

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    1. Das Album „The Man Comes Around“ ist natürlich Johnny Cash vom besten, reduziert aus Minimum und ungewöhnlich gut. Und bei dem Simon & Garfunkel Klassiker „Bridge Over Troubled Water“ beweisen Cash und Apple im Duett viel Feinsinn und Selbstgenügsamkeit. Sehr schön!

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  2. Diese vier Alben schätze ich sehr, stimmlich wie musikalisch mit das Beste, was Cash seinen Fans vermacht hat. Und mit dem „American III: Solitary Man“ hast du m.E nach das Brillanteste aus dem Quartett rausgepickt… – „I won’t back down“ und „One“ sind einfach grandios, letzteres so viel besser interpretiert als ein Bono es je könnte.
    Dank dir für diesen schönen Sonntagsbeitrag – und ich hätt nichts dagegen, wenn du die anderen drei Alben auch noch rezensieren möchtest 😉

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    1. Alter guter Wein wird mit den Jahren oft besser. Dass man Johnny Cash in den „American Records“ stimmlich seine Erkrankungen anhört, ist auch nicht von Nachteil, da dies die ehrliche und ungeschliffene Wirkung der Lieder noch unterstreicht. Für mich ist das Album „Solitary Man“ von der Zusammenstellung her eines seiner Besten. Gerade die Mischung eigener und Songs anderer Interpreten macht den Reiz aus. Die Interpretation von „I Won’t Back Down“ finde ich auch sehr gelungen. Man erkennt hier sofort den Klassiker von Tom Petty (jedoch mit einer der tiefen Stimme wenn man die eher hohe erwartet): https://www.youtube.com/watch?v=nvlTJrNJ5lA

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  3. Und ich möchte ergänzen, dass der fünfte Teil auch erwähnt werden sollte, selbst wenn das Werk erst nach seinem Tod veröffentlicht wurde… aber Johnnys Version von Springsteens „Further On (Up The Road)“ ist sooo klass‘. Und das beinahe monotone Stampfen und Händeklatschen in „God’s Gonna Cut You Down“ wirkt geradezu hypnotisch.
    Der sechste Teil dagegen grenzt an Leichenfledderei…

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    1. Auf den „American Recordings“ gibt es sehr schöne Songs, viel Atmosphäre und die wunderbaren Stimme von Johnny Cash. Das fünfte Album ist ein Epilog, den Cash nicht mehr fertig gestellt hat, sondern den diverse Musiker und Produzenten posthum vollendeten. Aber auch hier hat es ein paar packende Songs: „Further On (Up The Road“ kann Johnny Cash mindestens so gut wie der Boss…

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  4. Telepathie. Nach jahrelanger Abstinenz von den „american recordings“ hatte ich ausgerechnet gestern eben die Nr. III am Wickel. Schön, wie am ersten Tag. Ich würde hier auch dieselben Lieblingsstücke nennen, wie du. Vor allem den „Mercy seat“ und „One“; danach braucht man keine Bono-Fassung mehr!
    Die Nr. IV ist ebenbürtig, wobei ich da die Trappelwasserbritsch nich‘ so mag. Dort sind es für mich eher „Hurt“, der „Personal Jesus“, sowie der Titelsong.

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    1. Die „American Recordings“ sind Meisterwerke, aber Rick Rubin hätte nach dem vierten Teil aufhören sollen mit weiteren Veröffentlichungen. Mir persönlich gefällt „American III: Solitary Man“ am besten. Sehr viele schöne Songs, berührend und herzergreifend vorgetragen. Johnny Cash’s Interpretation des U2-Titels „One“ übertrifft das Original ganz klar. Von dem Song gibt es übrigens auch eine schöne Version von den Cowboy Junkies.

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    1. Yep, Rick Rubin’s and Johnny’s collaborations are incredibly well done. I think this is a great album if you’re in the right mood, and if you’re not in the right mood, the album will put you in that mood!

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