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Pink Floyd, The Dark Side of The Moon, 1973

Produzent/ Pink Floyd

Label/ Harvest

Für das Pathos in Pink-Floyd-Platten wie „Atom Heart Mother“,“Dark Side Of The Moon“ und „The Wall“ ist vorallem Roger Waters verantwortlich. Seine Melancholie, seine Dunkelheit suchten immer verwegene Bilder, die öfter als nötig das Peinliche streiften. Man muss Waters jedoch zugute halten, dass er den Weltschmerz in plakativer Form zugänglich und geniessbar machte. Vorallem auf „The Dark Side Of The Moon“ konnte sich sein Pessimismus voll entfalten. Das Album ist ein Phänomen in der Geschichte der populären Musik. So eindringlich hatten Pink-Floyd ihre Sound-Effekte bislang nicht eingesetzt – vorallem nicht in der Kombination mit der Eingänglichkeit der Songs.

Zu dieser Zeit vor den Möglichkeiten des Samplings musste ein Song wie „Money“ mit dem Geldklimpern und dem Geräusch der Registerkasse, die als Bandschleife zusammen zum Rhythmusgeber werden, jeden halbwegs an Klängen Interessierten in einen Rausch versetzen. Kaum ein TV-Beitrag über Geld, der nicht auf dieses Stück zur musikalischen Untermalung zurückgreift.

„Dark Side Of The Moon“ ist kein Meisterwerk, es eine leicht kosumierbare Lektion in Sachen „state of the art“: noch nie  zuvor war ein Album so brillant aufgenommen worden, noch nie war die Balance zwischen neuen synthetischen Klängen und Geräuschcollagen musikalisch so gelungen austariert. Eine solche Aufnahmequalität haben viele andere Gruppen erst Anfang der 80er Jahre erreicht. Und genau hier zeigt sich, wie innovativ Pink Floyd in den 70er Jahren waren. Sie schafften es scheinbar mühelos, komplexe Soundideen auch in die Tat umzusetzen.

25 Gedanken zu “

      1. I remember the cover of the 1977 „Animals“- Album very well. In early times, everytime I came into London from Dover passed the railway Battersea Power Station.

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  1. Wie ist das gemeint mit „ist kein Meisterwerk“? Doch! Isses, unbestreitbar. Aber warum dann hier ausgerechnet „Money“ herausgehoben wird? Das ist genau DER Track, der Schuld dran ist, dass ich das Werk zwar habe, aber so gut wie nie höre. „Money“ ist zuuuuu abgedroschen. Gibt doch soviel anderes Gutes auf der Platte.
    Wenn Floyd, dann wird es bei mir eh die „Wish you were here“, die hatte auch viel Airplay seinerzeit, aber der Abnutzungseffekt ist trotzdem kleiner. Oder die „Final cut“ – extremly underrated.

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    1. „Dark Side Of The Moon“ mag heute in Feuilleton und Fachpresse als Meisterwerk gelten. Aber damals wandelte sich das Ganze zu einem virtuellen Zirkusspektakel, das immer aufwendiger in Szene gesetzt wurde. Es war ein fundamentaler Einspruch der Punk-Negation, dass Gruppen wie Pink Floyd ihre mittelmässigen Songs mit Ornamenten überfrachten und hinter einem immer aufwendigeren technischen Firlefanz verstecken. Schade, dass historisch entstandene Einsichten gerade nicht überleben…

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      1. Ungeregelte Übergänge, machen ja gerade die Qualität von Musik aus. Pink Floyd boten zwar in 70er Jahren den idealen Angriffspunkt eines Aufstands der Jungen gegen eine aufgeblasene-, falsche- oder künstliche Art von Musik. In der Generation nach Punk wurde ihr Sound aber wieder in der Electronic- und Ambient-Music aufgegriffen.

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  2. Dieses Album nimmt einen zentralen Platz in der Entwicklung meines Musikgeschmacks ein. Für mich waren die Ursprünge von Pink Floyd damals eher dubios. Dieses merkwürdige Soundgemisch, das mir heute sehr gut gefällt. Richtig los ging es mit Umma Gumma und mit Meddle. Aber The Dark Side of the Moon stellte alles Vorherige souverän in den Schatten. Als die erste Seite komplett im Radio (ich glaube, es war Österreich 3) gespielt wurde, war es vor allem dieses Gitarrensolo in „Time“, das mich umgehauen hat. Ich verstehe allerdings nicht, warum die Band dieses Solo live immer verstümmelt bringt: Denn dieser furiose Einstieg mit dem Kratzen über die Saiten (oder wie auch immer) wird auf Bühne auch von David Gilmour nicht geliefert. Dream Theater, die das ganze Album live gecovert haben machen es, also muss es gehen. Mit diesem Album verabschiedete sich Pink Floyd von ihren Anfängen, obwohl sie denen auf Wish you were here gekonnt nachtrauerten.

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    1. Ihre erste Platte „The Piper At The Gates Of Dawn“ war für mich ein Einstieg in die psychedelische Klangerfahrung. Und mit dem Doppelalbum „Ummagumma“ im Plattenregal hatte man sich bereits das Billett für die Oberliga des psychedelischen Rocks erworben. Den Wandel von der psychedelischen Band des britischen Underground zu einer gigantomanischen Mainstream-Institution habe ich nur noch beschränkt mitverfolgt. „Dark Side Of The Moon“ gilt zwar als avantgardistisch in Sachen elektronischer Musik. Das Album wird aber oft überschätzt, zumindest wenn man grosse Melodien sucht. „Wish You Were Here“ ist eine Verbeugung vor Syd Barrett, ohne dessen künstlerischen Phantasien Pink Floyd niemals entstanden wären. Und wie du es richtig sagst, verabschiedeten sie sich mit diesem Album von ihren Anfängen.

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  3. Diese Tage habe ich den Perfektionismus in der Musik zu erklären versucht mit diesem
    https://www.indiepedia.de/index.php?title=Jean_Baudrillard_zur_Musik
    Für mich war TDSOTM 1975 ein Meisterwerk und ist es geblieben, weil Einmaligkeit in vielen Arten und Weisen für mich hat – Dynamik zwischen ganz leise und ganz laut, Genaigkeit des ganzen Frequenzbereichs sind zwei.
    Es war eine Qual die Musik auf Platte mit Knister&Knacken zu hören, die nicht zu den Songs gehörten. Danke der CD!
    Ja, die Kommerzialisierung ist dazu gewachsen, aber irgendwie und irgendwann kommt jeder an solch eine Crossroad?
    PS Die Dolby Version promotet die Band
    Ich höre Stereo + Subwoofer als am natürlichsten

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    1. Danke für den Link! Jean Baudrillard ist für mich ein schwieriger Autor. Ich habe in den 80er Jahren zwei Bücher von ihm gelesen, fand es aber oftmals problematisch seinen Gedanken zu folgen.

      Wie bereits erwähnt, ist „The Dark Side Of The Moon“ für mich kein musikalischer Höhenflug – es ist vielmehr eine gute Mischung aus präziser Aufnahmetechnik und Effekten und den Songs, die ineinander übergreifen. Es ist dieser typisch schleppende Pink Floyd Sound, kombiniert mit Bandschlaufen und elektronischen Experimenten, sowie die Aufmachung des Covers, die „The Dark Side Of The Moon“ innerhalb kürzester Zeit zum bestverkauften Album aller Zeiten machte.

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  4. Ob man “The Dark Side of the Moon” als Meisterwerk betrachtet oder nicht, ich denke wir können wohl alle zustimmen, daß die Scheibe soundmäßig genial ist und bis auf den heutigen Tag einfach Klasse klingt. Allein schon dies macht sie für mich persönlich ein Meisterwerk!😀

    Toningenieur Alan Parsons hat hier fantastische Arbeit geleistet. Ich würde behaupten die Scheibe klingt besser als sämtliche Alan Parsons Project Alben.

    Zusammen mit “Wish You Were Here” und “Meddle” zählt Dark Side zu meinen Lieblingsalben von Pink Floyd. Ich höre alle drei Alben regelmäßig bis auf den heutigen Tag.

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    1. Ausgezeichnet! Ein soundmässig tolles Album, bei dem auch Alan Parson mit an Bord war! Zwar werden bei „The Dark Side Of The Moon“ Pink Floyd als Produzenten angegeben, doch einen entscheidenden Anteil am Gelingen des Ganzen hat Tonmeister Alan Parsons. Wenn man sich seine Arbeiten beim Alan Parsons Project der Jahre 1976-1978 anhört („Tales Of Mysterie And Imaginations“, „I Robot“ und „Pyramid“), dann weiss man, welchen Anteil er am Gelingen von „The Dark Side Of The Moon“ hatte.

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    1. Über Geschmack lässt sich bekanntlich nicht streiten, aber das ist wirklich ein spezieller Song. Clare Torry hat mit ihrer Stimme „The Great Gig In The Sky“ entscheidend mitgeprägt und nach einem Rechtsstreit, den sie 2005 gewonnen hat, wird sie nun als Co-Autorin aufgeführt.

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  5. I was on board before this hit and when it did it didn’t diminish my like of the band. I actually got to hear them on the radio because of this record. Throwing the sax in was a nice touch by Floyd. Great tune Fox. I keep transposing this onto the gig at Pompeii.

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    1. I’m not really a Pink Floyd aficionado, but I like some of their work in the time between „The Piper and The Gates Of Dawn“ and „Wish You Were Here“. „Dark Side Of The Moon“ is a good combination between sound effects and catchy songs. Songs like „Money“ were a new listening experience back in 1973.

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      1. I always fond a cool mystique about them early on. We didnt have all the info we get now. I just thought they were this cool band that made music like no one else. I stayed away from all the press media stuff. I don’t know any details just what I’ve caught in passing, that Waters supposedly fits what your talking about. Like the title of one of our fave guys albums „Shut Up And Play …“

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