lullaby.jpg

Robert Plant, Lullaby And The Ceaseless Roar, 2014

Produzent/ Robert Plant

Label/ Nonesuch Records

Der irische Dichter William Butler Yeats beschwor die Vergänglichkeit des Lebens anhand alter Männer, die im Wasser die Spiegelbilder ihrer Gesichter betrachten: „Alles ändert und einer nach dem anderen verschwindet“, dachten diese am Ufer sitzenden Greise. Robert Plant ist keines dieser knorrigen Exemplare. Auch im Alter von 70 Jahren klingt seine Stimme noch bemerkenswert flexibel. Und der Mann bleibt gnadenlos kreativ.

Auf seinem zehnten Soloalbum verweilt Plant am Wasser, um über die ästhetischen, emotionalen und spirituellen Strömungen zu reflektieren, die sein Leben geprägt haben. „Lullaby And The Ceaseless Roar“ ist ein Album über reiche Liebe; zur englischen Landschaft, in die er nach mehreren Jahren in Übersee zurückgekehrt ist, zur musikalischen Verbindung von Blues und Nordafrika, zu keltischer und romantischer Literatur, zur Frau (Patty Griffin), die er in Texas zurückgelassen hat. Vorallem preist das Album die Musik als eine Kraft, die inspiriert und durchs Leben hilft. Die Sensational Shape Shifters sind die beste Band, um den Eklektizismus des Sängers in einen spannend instrumentierten Trip zu übersetzen.

16 Gedanken zu “

      1. „Raising Sand“ ist ein Album für Leute, die die ihre Sturm-und-Drang-Phase hinter sich haben. Doch warum sollen sich nicht junge Leute diesen subtil aufwühlenden Gefühlen hingeben? Der Unterschied von „Lullaby And The Ceaseless Roar“ und dem sieben Jahre zuvor erschienenen Roots-Album mit Alison Krauss ist auch, dass es hier wieder so wuchtig und bedrohlich wird wie bei Led Zeppelin.

        Gefällt 1 Person

    1. Danke für den Link! Die Live-Version von „Rainbow“ mit den Space Shifters klingt sehr vielversprechend. Mir gefällt an Robert Plant, dass er sich weiterentwickelt und sich vom heutigen Zeitgeist, sowie seinen individuellen Empfindungen inspirieren lässt. In seinen neuen Platten stecken die Erfahrungen eines ganzen Lebens drin. Die keltischen Wurzeln, die Experimente mit arabischer Musik, der Blues. Das alles fügt er zu einem grossen Ganzen zusammen. „Lullaby And The Ceaseless Roar“ ist wohl weniger ein Album für den traditionellen Led Zeppelin-Fan; kein Riff, das man auf der Luftgitarre nachspielen könnte.

      Liebe Grüsse nach Wien! Hier läuft nichts mehr selbstverständlich. Viele verlassen kaum noch das Haus …

      Gefällt 1 Person

    1. „Lullaby And The Ceaseless Roar“ ist insgesamt ein ruhiges Album, auf dem vorallem Worldmusic und etwas Trance zu hören ist. Ich persönlich war ja auch ein Fan von Led Zeppelin und den Yardbirds – finde aber den Weg, den Robert Plant heute beschreitet bemerkenswert. Nostalgie ist gut, aber man kann weder Led Zep noch die Beatles oder Pink Floyd, resp. ihren Zeitgeist zurückholen.

      Gefällt 2 Personen

      1. Natürlich habe ich Robert Plants Schaffen nach Led Zeppelin verfolgt, wenn auch nicht gleich, weil ich die letzten LZ-Alben nicht so prall fand. *

        Dafür dann später und rückwirkend. Heute habe ich einige Scheiben von ihm und selbstverständlich auch „Lullaby And The Ceaseless Roar“

        *M.M.n. waren eh nur die ersten drei LZ-Alben spitze, dann gut bis befriedigend usw..

        Gefällt 1 Person

      2. Eine der ersten LP’s, das ich mir gekauft habe, ist „Led Zeppelin II“, das Album mit „Whole Lotta Love“. Das war eben dieser übertourte Sexblues der Siebziger. Ich kann gut verstehen, warum Robert Plant keine Led Zeppelin-Reunion mehr wollte. Der Mann hat hart an seiner neuen Musik gearbeitet, und sich nicht darauf verlassen, sein Lebens- im Spätwerk als Automatismus fortzusetzen. Das geht natürlich. Die ­Stones, die späten Eagles und die beiden Expartner von Pink Floyd liefern heute noch solide Musik ab, was man von ihnen immer schon wollte.

        Gefällt mir

Die Kommentarfunktion ist geschlossen.