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John Prine, Souvenirs, 2000

Produzent/ Jim Rooney, John Prine

Label/ Ulftone Music

John Prine war einer dieser Musiker, die von Kollegen hoch verehrt wurden, die aber selbst nie Starruhm erreichten. Der Songwriter aus Illinois veröffentlichte 1970 sein Debüt und beeindruckte Kollegen wie Bob Dylan und Kris Kristofferson.

Ein kommerzieller Durchbruch gelang Prine nicht wirklich, aber seine Songs wurden gerne und oft gecovert u.a. von Bruce Springsteen, Johnny Cash, Bonnie Raitt, David Lindley und Tom Petty. John Prine veröffentlichte in regelmässigen Abständen seine Alben und ging weiter auf Tour, obwohl er seit 1998 von diversen Krebserkrankungen geplagt wird.

Normalerweise kommt der Manager der Musikzombies erst kurz vor dem Exitus des Schützlings auf die verzweifelte Idee, den abgetakelten Exstar die alten Songs noch einmal aufnehmen zu lassen. Ein Indiz für das nahe Ende. Ausser bei John Prine, wie man nach dem Hören von „Souvenirs“ sofort zugeben muss. Fünfzehn seiner Klassiker ( darunter „Angel From Montgomery“ oder die bedrückende Drogenelegie „Sam Stone“) hat er neu eingespielt, meist zur akustischen Gitarre, manchmal mit karger Countryband. Mit überwältigendem Ergebnis: Nur ganz wenige Countryalben haben diese Intensität, diese Intimität.

Prines Gesang ist leicht verschlurft, er visiert die Melodien nur an, ohne sie auf die „schöne“ Nashville-Art zu treffen. Alle Versionen auf diesem Album übertreffen die Originale bei weitem. Sie gewinnen in ihrer Kargheit jene Kraft zurück, die ihnen die (Über-)Produktion einst entzogen hatte. So was ist selten, aber wahr.

14 Gedanken zu “

  1. Feiner Kerl. Tolle Texte. Aber leider ein sehr uneinheitlicher Gesamteindruck. Manche seiner CDs hören sich leider sehr eintönig an. Sein Debut und die „Fair and square“ sind meine Lieblinge von ihm.

    Gecovert haben ihn auch Interzone und Jürgen von der Lippe, letzterer hat ihn allerdings zweckentfremdet, weil überhaupt nicht textlich übernommen. Aber nur mal so als Tipp: Man höre sich „Guten Morgen liebe Sorgen“ an und dann das Debut von Mr. Prine. – Welcher Song isses also im Original?

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    1. Ich habe die Musik von John Prine erst spät kennengelernt; nicht dass mir seine Platten nicht gefallen hätten, aber Anfang/ Mitte der 70er Jahren waren für mich Bob Dylan, Neil Young oder Patti Smith einfach präsenter. Erst durch „The Missing Years“ von 1991 habe ich John Prine näher kennengelernt. Und mit „Souvenirs“ hat er mich dann so richtig überzeugt. „Fair & Square“ ist natürlich ein grossartiges Alters-Werk. Auch wenn Prine hier gesundheitlich bereits schwer angeschlagen ist, blitzt in seinen Texten immer wieder eine gehörige Portion Humor und Selbstironie durch.

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    1. Usually, I don’t care for re-recorded former songs, but this is a definite exception. Mr. Prine is a good guitar player and a very good songwriter. His voice nowadays has a bit of wear and tear but at the time of this recording it was his voice still clear and full.

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    1. I discovered John Prine in the early 90ths and since then I’ve been an avid listener and admired of this great and somehow seldom heard of talent. I’ve read about John’s battle against cancer. And I like that he despite many unpleasant setbacks in his life and after fifty years on stage, kept the humor, the optimism and his musical talent. The German concert of John Prine in Berlin from September 2019 has been postponed to February 2020 due to illness. Hope he’s gonna make it!

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      1. He stands above in my books. His humor (Like Wainwright) has always been a feel good part, then he balances it with songs like ‚Hello In There‘. When I got into him, his good friend Steve Goodman (another good songwriter) was battling cancer.

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    1. Good idea! I already thought about that, but I don’t really trust translate algorithms. It shouldn’t be too difficult for you to copy the texts from my blog into the google translator?

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