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Led Zeppelin IV, 1971

Produzent/ Jimmy Page

Label/ Atlantic Records

Dieses Album, das keinerlei Schrift auf dem Titel zeigt, nur das Bild eines gebückten alten Mannes mit Reisigbündel auf dem Rücken, gehört zu den Ikonen des Seventies-Rock. So organisch wie hier flossen Songideen, musikalische Höhenflüge und thematisches Spektrum – von der romantischen keltischen Sagenwelt bis hin zum derben Cock-Rock – weder davor noch danach auf einem Album von Led Zeppelin zusammen.

Allein auf der ersten Seite gibt es ausschliesslich Klassiker: „Black Dog“ mit seiner vertrackten Rhythmik, das überschäumende „Rock And Roll“, der epische Folk-Ausflug „Battle Of Evermore“ mit Gastsängerin Sandy Denny und natürlich die Überballade „Stairway To Heaven“. Nicht ganz so spektakulär, aber von unbändiger Kraft und nicht weniger grandios die zweite Seite: der dramatische Riff-Rocker „Misty Mountain Hop“, der Heavy-Funk „Four Sticks“, eine weitere Akustik-Exkursion mit „Going To California“ und die schwermütige Blues-Apokalypse von „When The Levee Breaks“. Led Zeppelin auf dem Höhepunkt ihres Schaffens.

27 Gedanken zu “

  1. Jenseits der Fachsimpelei, weil ich mit Led Zeppelin fast gar nichts anfangen kann, möchte ich Dir für den Beitrag und für das Album danken, das mir den Start in das Wochenende versüsst hat.

    Liebe Grüsse aus meinem Home Office in Wien!

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    1. Led Zeppelin waren halt die Oberkracher in Sachen Rock, aber es gibt auf diesem Album auch ein paar andere Klänge, wie z.B. das folkige „The Battle Of Evermore“ mit Sandy Denny, der Sängerin von Fairport Convention. Liebe Grüsse nach Wien ins Home Office – das Jahr könnte zur Abwechslung auch mal besser werden!

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  2. Wegen „Stairway“ für ein „must have“ gehalten und dann – verstaubt die CD nun im Heavy-Stapel. Naja. LedZep waren eben so ne Mittelfeldgeschichte für mich. Und „zu meiner Zeit“ war gerade die „Physical Graf“ in. Die hat dann ein paar mehr Jugendhits zubieten.

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    1. Es gibt tatsächlich Höhen und Tiefen auf Led Zeppelin IV, allerdings reden wir hier von einem hohen Niveau. „Rock And Roll“ und „When The Levee Breaks“ sind brilliante Songs. „Stairway To Heaven“ ist eine schöne Rockballade; sie enthüllt auch die wachsende Obsession der Band für okkulte und mythologische Themen (es tauchten gar Gerüchte auf, dass beim Rückwärtsspielen satanische Botschaften zu hören seien). „Black Dog“ neigt dazu, mich mit den sexschwabbelnden Gesülze mal zu nerven. Insgesamt aber eine gute Performance von Page & Co.

      Bei „Physical Graffiti“ wäre eine Einzel-LP besser gewesen. Für mich ist „Kashmir“ der stärkste Titel auf diesem Album.

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      1. Ja, den Eindruck hatte ich damals auch, als ich sie kennenlernte. Mittlerweile bin ich aber doch froh, sie ganz zu haben, wenn ich sie mir alle 5 Jahre einmal anhöre. „Trampled under Foot“ war mein erster Zeppelinsong überhaupt, der ist auf jeder 2. meiner selbstgebrutzelten Autokompilations mit dabei.

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    1. Yes, Led Zeppelin and The Who had a big influence on rock in the early seventies. I would like to mention Deep Purple and especially Black Sabbath (down-tuned guitars, lots of bass and extremely slow tempos) who had a quite lasting impact on Heavy Metal. But it was Led Zeppelin who brought this rock version in a totalitarian stadium-filling version.

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  3. LZ hatten einige Reisser. Immergrüne Reisser. Mir persönlich gefallen auf jeder ihrer Scheiben einige Stücke. Eine pralle CD wäre für mich angemessen.

    Für mich war das grösste Hindernis die Stimme von Robert Plant. Dass er auch singen kann, höre ich sehr gerne auf Robert Plant und Alison Krauss (Raising Sand / 2007)

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    1. Das sexistische Hahnengeschrei in den frühen Led-Zeppelin-Songs geht mir bisweilen auf die Nerven. Robert Plant hatte aber immer den Mut sich auf Neues einzulassen, auf neue Rhythmen, Klänge, Harmonien. Auf seinen letzten beiden Alben ( „Lullaby and…The Ceaseless Roar“/ 2014 und „Carry Fire“/2017) ist zu hören, dass der Mann nicht nur älter, sondern alt geworden ist. Und zu sich selbst gefunden hat.

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      1. Auch die Texte von LZ sind für meinen Geschmack oft fragwürdig…

        Robert Plant ist ohne LZ meiner Meinung nach ein ganz anderer Musik. Er war beispielsweise ein wichtiger Impulsator und Anreger für den sogenannten Wüstenblues. Seine Zusammenarbeit mit Alison Krauss habe ich ja bereits erwähnt.

        Die beiden erwähnten Alben werde ich probehören. Schönen Dank für diese Hinweise.

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  4. Led Zeppelin I, II und III sind absolute Spitenklasse, IV ist sehr gut, House Of The Holy und Physical Gaffiti sind gut und dann zeigt die Kurve nach unten.

    So habe ich das für mich eingeteilt. Ich war immer LZ Fan, die III habe ich mir mit 13 gekauft… 😉

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    1. Das sehe ich auch so. Led Zeppelin sind vielleicht nicht die grösste Rockband der 70er Jahre, aber die ersten fünf Alben und „Physical Graffiti“ kann man wohl zu diesem Kreis zählen und dann ist der Gipfel erreicht und der allmähliche Abstieg beginnt.

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    1. „Stairway to Heaven“ has probably be played a million times by guitar students. The melody is world famous. For Jimmy Page is this song the milestone of Led Zeppelin. For Robert Plant, however, is it more of a wedding song. „Stairway To Heaven“ was also a long time on the funeral hit list. One of my favorite songs on „Led Zeppelin IV“ is „The Battle Of Evermore“. Robert Plant and Sandy Denny move like elves through the harmonies in a rapt flower dance.

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