The Clash, 1977

Produzent/ Mickey Foote

Label/ CBS Records

Das Debütalbum von The Clash wurde im April 1977 veröffentlicht. Ein Jahr nachdem die Ramones die Punk-Rock-Welle von New York aus mit ihrer ersten Platte in die Welt hinausschickten und ein halbes Jahr bevor die Sex Pistols mit „Never Mind The Bollocks“ die Punk-Bewegung auf die Spitze trieben. Punk war damals im besten Fall anarchstisch, im Sinne von „gegen alles“ und wollte sich ganz klar nicht politisch oder ideologisch einbinden lassen. Es war ein Anti-Alles, sogar gegen die Zukunft. Auch The Clash hatten mit dieser rabiaten Ausdruckskraft gespielt, aber in nuanciert vielfältiger Art. Sie hatten klassenbewusste und kämpferische Texte, die die Unzufriedenheit der englischen Kids in Worte fassten. Sänger und Gitarrist Joe Strummer war ein charismatischer Frontmann und Gitarrist Mick Jones und Bassist Paul Simonon zwei nicht minder starke Charaktere. Schlagzeuger Terry Crimes war nur auf dem Debüt zu hören und wurde später durch Topper Headon ersetzt.

Der Sound des The Clash-Debüts ist roh und unbehauen. Diese Energie steht durchaus auf Pfeilern der britischen Rockgeschichte; die Kinks- oder Troggs-Einflüsse sind nicht überhörbar. Die meisten der vierzehn Songs auf diesem Album bersten vor aufgestauter Wut und übertreffen sich im Geschwindigkeitsrausch. Titel wie „White Riot“, „I’m Bored With The U.S.A.“, „Hate & War“, „London’s Burning“, „Career Opportunities“ und  „Police & Thieves“ haben eindeutige Bezugnahmen auf die politisch-gesellschaftlichen Verhältnisse im UK der siebziger Jahre. 

Das Debütalbum von The Clash ist ein wichtiger Beitrag für die Geschichte des Punk. Es steht für eine Zeit des Aufbruchs, der künstlerischen Energie, des „Alles ist möglich, man muss es nur tun!“. Diese „echte“ Punkmusik hatte eine kollektive Energie, eine wilde Kreativität, wie sie nur aus Langeweile und Restriktion entstehen kann.

25 Gedanken zu “

    1. Absolutely, I’m not only thinking about the current elections but also about the wonderful cultural influence the land of the free has on our good selves – the largest McDonalds in the world in the Olympic Park.

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  1. Mir war das vom Sound her immer zu grobschlächtig…. zum abtanzen o.k., aber daheim auf der Anlage? Eher nö.

    Joe Strummer & The Mescaleros höre ich allerdings wirklich gerne…

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    1. Auf ihrem Debütalbum haben die Clash noch diesen rabiaten Sound, der sie zum Punk-Hype passen liess. Mit den Sex Pistols zusammen hatten sie auch Generation von Hardcore-Punks inspiriert. Das Interessante an Strummer ist ja, dass er sich vom Punk und Poser wieder in den Strassenmusiker zurückverwandelt hatte, der er vor seiner Weltkarriere war. Mit den Mescaleros schrieb er gute Songs, die keine Hits sein mussten. In dem Film „The Future Is Unwritten“ sieht man einen Mann, der mit sich ins Reine gekommen war, der den billigen Ruhm nicht brauchte, seine frühe Arroganz war wie weggeblasen, er schien die Menschen zu lieben. Kurz und gut: „ Without people, you’re nothing“. – Danke!

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    1. Danke für den Link! „Streetcore“ ist ein sehr schönes, abwechslungsreiches Album. Mir gefällt vorallem, wie sich Joe Strummer hier als würdiger Songwriter in der Tradition von Folkprotestsängern wie Woody Guthrie oder dem Reggae-Musiker Bob Marley zeigt, dessen „Redemption Song“ er ganz gut gecovert hat.

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  2. I had a few friends who turned me on to the Clash in the early 80s with an import. What I like about it is the rawness of it. I liked them much more than the Sex Pistols.

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    1. This is the first LP that started me off on my journey with punk. Then I discover The Sex Pistols, The Ramones, Elvis Costello, and a bunch of other groups. It was a break from an era: the hippies were washed into the new wave. A start in the 80s; everything was good.

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      1. The Clash were my favorite band, I liked first their raw energy, then their wealth of style. Punk rock was soon too limited for them, they discovered dub and jazz and much more. They were well dressed and they were radical

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    1. In “I’m so bored with the USA“ bringen The Clash die Kriegstreiberei der Amis als selbsternannte „Weltpolizei“ auf den Punkt. Der Song hat für mich auch mit dem Frust angesichts der aktuellen Wahlen zu tun. Zwar sieht es so aus, als würde Biden es schaffen. Die Hälfte will aber Trump – trotz allem!

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    1. The Clash were my favorite band back then. For young people obsessed with pop music it was quite common at the end of the 70s to spend evenings in front of loudspeakers and talk about music. I saw The Clash in 1981 at the Palais DeBeaulieu in Lausanne. The band was very loud. Mick Jones wasn’t such a good guitarist as I thought. But what really amazed me was Joe Strummer’s stage presence, his performance and the way he swung his guitar on his back. Strummer also made his announcements in French because, as the son of a diplomat, he naturally spoke the language well.

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  3. Ja das war mal was. Damals. Weg vom Prog und hin zur Frischzellenkur des Punk. Ich kam ja hinter der Mauer nur an die „Give em enough rope“ ran und ein paar Rundfunkaufnahmen. — Die Welt wurde nicht besser. Joe ist tot. Campino wurde ein biederer Millionär. Sandow – ach, abwink, leider ne sehr tragische Bandgeschichte. Und hier läuft wie zur Reue für all jene rastlose Ungeduld damals „the ladder“ von Yes.
    Take me to the new day…

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    1. Punk war ein Statement jener Zeit. Es war die Loslösung einer Epoche – sagen wir mal: Die Hippies wurden in diese neue Welle gespült. Ich hörte in den späten 70ern gerne The Clash. Irgendwie verkörperten The Clash den Punk-Rock. Irgendwie aber auch nicht. Zwar waren Joe Strummer und Kollegen aufmüpfig, immer dagegen. The Clash konnten aber vor allem auch eines: richtige Musik machen. Und das war der Unterschied zu ihren teils stümperhaften Kollegen. The Clash waren da, sie waren gut. Das weiss man auch heute noch. Aber jede Jugend hat halt ihre Zeit.

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      1. Johnny Rotten (77 oder 78): „Wir sind die Rache der Hippies. Denen wollte keiner zuhören – deshalb gabs dann Punks und Rastafari, den Punk der Schwarzen…“
        Sprachs und spielt eine Radiosendung lang Reggae und – Prog.
        Blixa Bargeld berief sich in den 90ern auf sein frühes Yes-Fantum. Sachen gibts.

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      2. Lustig ist ja, was heute alles Punk ist. Die neuen, grossen Kids haben ihre eigene (digitale) Welt. In den den 70er-/ 80er Jahren hatten viele junge Künstlerinnen und Künstler eine Zeit des Aufbruchs erlebt. Aber die Werte der heutigen Kids sind eben nicht mehr dieselben. Auch wenn man als Oldie in die Szene abtaucht.

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  4. Joe Strummers Tod war wirklich enttäuschend.
    Wenn er am Leben wäre, hätte er wahrscheinlich gute Arbeit geleistet.

    Ich mag „Keys to Your Heart“ von The 101’ers, die er vor The Clash gegründet hat.

    Es ist ein leichtes und helles Lied, und Sie können sich vorstellen, dass er singt, während er Spaß hat.

    Bitte verzeihen Sie mir, wenn ein Fehler in Deutsch vorliegt.

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    1. Joe Strummer starb 2002 im Alter von 50 Jahren an einem Herzinfarkt. Damals gab es The Clash aber schon viele Jahre nicht mehr. Mit seiner Band The Mescaleros hatte er ein paar gute Platten gemacht. Interessant ist auch der Film „The Future Is Unwritten“. Man sieht hier, dass dem Mann ein paar schöne Stunden am Lagerfeuer mehr bedeuteten, als der Erfolg: https://www.youtube.com/watch?v=DUHpCDj3-fE&list=RDDUHpCDj3-fE&start_radio=1

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    1. Interesting, in Germany was only the American version available in the 80s. I bought the Clash’s debut 1977 in London, along with „Never Mind The Bollocks“ by the Sex Pistols, „Heat Treatment“ by Graham Parker and „Malpractice“ by Dr. Feelgood. Back then there were a bunch of good debut albums. The first work by the Sex Pistols was musically rather modest, but by The Clash you could immediately noticed the musical value and good songwriting.

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