Rosanne Cash, The River & The Thread, 2014

Produzent/ John Leventhal

Label/ Blue Note

Drei Grammys können ein gutes Zeichen sein – oder ein schlechtes. Im Fall von Rosanne Cashs „The River & The Thread“ sind die Auszeichnungen eine verdiente Ehre. Das Album, Teil einer losen Trilogie, entstand, weil Rosanne Cash nach dem Tod ihres Vaters Johnny Cash gebeten wurde, sich um den Erhalt von dessen Elternhaus in Arkansas zu kümmern. Sie kniete sich tief in die Geschichte des alten Südens.

Das Album „The River & The Thread“ ist bester Americana: transparente Songs, eine weit nach vorn gemischte Stimme, persönliche Texte mit allgemeiner Gültigkeit. Eine Slide-Gitarre hier, Blues-Scales da, knappes Schlagzeug, trockener Bass. Die Lieder handeln von Heimat, aber auch vom Unterwegssein, von Verzweiflung, aber auch von Spass, von Hunger und von Cajun-Gerichten. Es sind keine Reime, die Rosanne Cash auf diesem Album zusammengetragen hat, sondern Geschichten. Alle zusammen erzählen sie eine grosse Geschichte, diejenige des Landes, durch das sich der grosse Mississippi zieht wie ein brauner, fetter Faden, eines Landes, das es so nicht mehr gibt, das aber nie ganz verschwinden wird. Jedenfalls nicht aus der Erinnerung derjenigen, die es einmal gesehen haben.

16 Gedanken zu “

    1. I’m not, in general, a „Country“ fan and don’t know many albums from Rosanne Cash, but „The River & The Thread“ is much more than a „Country“ album, it has elements of blues, soul, folk and a other influences which seem to flow through the south. I like this empathetic stories of people and places that nobody else pays attention to.

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  1. Der Name Cash verweist ja geradezu auf den berühmten Vater. Countrymusik gehört nicht zu meinen Vorlieben.
    Was für eine angenehme Überraschung ist dieses Album. Die Stimme wirkt attraktiv und keineswegs affektiert, wie es in den letzten Jahren zu oft zu hören ist. Und die Musik kommt ungemein relaxt daher.
    Hatten wir es nicht gerade mit „laid back“?

    Schönen Dank für den Hinweis auf diese Scheibe.

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    1. Klar, sie trägt einen Nachnamen, der verpflichtet, aber die Musik von Rosanne Cash ist anders als die von ihrem Vater; weniger Country dafür mehr Roots-Rock, Delta-Blues, Gospel und Folk aus den Appalachen. Ich habe mir „The River & The Thread“ mehrmals angehört, bevor ich den Zugang gefunden habe.

      Rosanne Cash schrieb die Texte auf einer mehrtägigen Reise von Memphis nach New Orleans. Sie reiste zu dieser Zeit öfters in den Süden, weil sie ein Projekt zum Wiederaufbau von Johnny Cashs Elternhaus in Dyess, Arkansas, unterstützte. Analog zur eigenen Familiengeschichte geht es in diesen Liedern um die Geschichte des Südens, die Tragik des Bürgerkrieges, arme Farmer während der Depressionszeit, Magnolienbäume, Baumwollfelder, Prediger im Radio.

      „The River & The Thread“ ist ein sehr schönes Album. Es ist wie eine Zeitreise; sowohl eine geographische, wie auch eine autobiographische.

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      1. Hier lief das Album auch bereits mehrfach. Bei dem verlinkten „A Feather´s not a Bird“ (eine schöne Metapher) kann man das ganze Album hören.

        Und ja, mit der Musik von Johnny Cash hat das Album von Rosanne allenfalls stellenweise zu tun.

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  2. Bin gerade wieder einmal begeistert, dass ich diese Seite im Dschungel des WWW gefunden habe! Deine wunderbaren „Beipacktexte“ lenken meine Aufmerksamkeit beim Hören in ungewohnte „Gefielde“ … 🙂

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      1. Rosanne kannte ich gar nicht und gefällt mir gut!
        PS: Deine Beiträge mit dem entsprechenden „Beipacktext“ haben meine Hörgewohnheiten „massiv“ verändert und tun es noch … Nach dem Motto: Was meint er denn damit oder warum kommt das für mich ( noch ) nicht so rüber … 🙂

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    1. I wasn’t really into Rosanne Cash, however after this album I was pleasantly surprised: Good voice, great lyrics, a full sound with some very talented players. Sure, there are also two or three schmaltzy songs, but that doesn’t really bother me.

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  3. Nach dem Anhören der ersten fünf Titel klingt dieses Album sehr vielversprechend.

    Für lange Zeit habe ich mich für Country und Americana nicht interessiert. Erst in den letzten paar Jahren hat sich dies allmählich begonnen zu ändern.

    Von Rosanne Cash kenne ich bis dato allerdings nichts mit Ausnahme dieser paar Stücke.

    Etwas im Gegensatz dazu steht Johnny Cashs Stieftochter Carlene Carter, die mir gut gefällt. Ich bin auf sie vor ein paar Jahren aufgrund ihrer Zusammenarbeit mit John Mellencamp aufmerksam geworden.

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    1. „The River & The Thread“ ist für mich eindeutig das beste Album von Rosanne Cash. Ihre Stimme erinnert mich an Mary Chapin Carpenter. Von dem Carter-Girl gibt es auch ein paar schöne Country-Twang-Töne, die nicht so gezielt auf die Mainstream-Tucker-Mucke zugeschnitten sind. 

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