The Spencer Davis Group, Gimme Some Lovin, 1966

Text/Musik/ Steve Winwood, Spencer Davis, Muff Winwood

Produzent/ Chris Blackwell, Jimmy Miller

Label/ United Artists Records

1963 war Steve Winwood fünfzehn Jahre alt, und seine Stimme klang als habe sie bereits dreissig Jahre im Körper eines Schwarzen in Harlem verbracht. Seine Musikalität, sein ausgeprägter Sinn für den unerwarteten und einprägsamen Sound auf der Orgel, die Beherrschung des ganzen Vokal-Vokabulars, von der aufgerauten Blues-Phrasierung über die Gospel-Ekstasen bis zur soulgetönten Sanftheit – all dies prägte die Aufnahmen der Spencer Davis Group stärker als alles andere. Der erste Song, den die Band 1964 aufnahm, war die John Lee Hooker-Komposition „Dimples“. Der Erfolg liess aber noch ein wenig auf sich warten. Erst „Keep On Running“ brachte der Band den Nummer-1-Hit im Januar 1966. Die Spencer Davis Group hatte sich etabliert; weitere Hits folgten: „Somebody Help Me“, „When I Come Home“ und „I’m A Man“.

Natürlich darf hier „Gimme Some Lovin“ nicht fehlen. Der Hammond B3-Sound dieses Songs ist auch in der Gegenwart betörend. Richtig gefreut habe ich mich deshalb, als sich der mittlerweile 72 jährige Steve Winwood im letzten Sommer hinter die Orgel setzte und mit seiner Band zusammen „Gimme Some Lovin“ spielte. Selbst auf fünf Minibildschirme verteilt – die Musiker sind natürlich nicht an einem Ort versammelt – hat das so viel magische Momente, dass man es sich auf einer Konzertbühne vorstellen könnte. Hoffentlich ist das bald wieder möglich.

27 Gedanken zu “

    1. The Spencer Davis Group may be one of the best bands who came out from the 60’s, but they are for many unknown. „Gimme Some Lovin“ is a brilliant song with the vocal power of Steve Winwood and the musicianship of the band.

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  1. Ja, das sind so Nummern, die man mit 15 in einer Oldies-Sendung erwischt, aufnimmt, und von Stund an meint: Das will ich auch können: Die Stimme und die Orgel!
    Tja.
    Wurde beides nichts.
    „Keep on running“ wurde dagegen bissl totgedudelt; fand ich auch als Coverversion von Jutta Weinhold geiler.

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  2. Es gab im Süden Deutschlands erst ca. 1971 oder später den ersten großflächigen Radiosender mit Ausrichtung Jugend: SWF (Südwestfunk). Es lag an Frank Laufenberg, die riesige Aufgabe zu stemmen, das Jungvolk mit internationaler Pop- und Rockmusik bekannt zu machen. Genau damals wohnte ich in der Nähe von Heidelberg. DieMusikszene war so aktiv und explosiv, daß Spencer Davis und andere aus den gerade vergangenen 60’ern wie Oldies gehandelt wurden. Trotzdem hörte man sie damals häufig. Heute gibt es den Sender SDR1 (Stuttgart), eine Abspaltung des SWF und später des erfolgreichsten Senders Deutschlands, dem SDR3 (Baden-Baden).
    Für mich waren SDG, the Animals, aber auch Frijid Pink und ähnliche Bands absolut geschmacksbildend, bevor ich etwas später Deep Purple, Black Sabbath und Faces/Rod Stewart entdeckte. Eine wunderbare Zeit… und dann entdeckte ich Zappa!

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    1. Die Anfänge der Popmusik waren in den 1960er Jahren auch hier in der Schweiz eher zaghaft. Es gab das „Wunschkonzert“ mit Willi Buser, wo einmal in der Woche eine Stunde Popmusik gesendet wurde. Später kam dann Francois Mürner mit seiner Sendung „Musik aus London“, die zum ersten Mal wie ein gutes Pop-Radio tönte. „Gimme Some Lovin“ mit der Orgel und dem Gesang von einem noch sehr jungen Steve Winwood war damals schon sehr neu und ungewöhnlich. Die Orgel wurde einige Jahre später auch bei Deep Purple ein Markenzeichen. Von Frijd Pink habe ich vorallem die Cover-Version von „House Of The Rising Sun“ in Erinnerung.

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    1. I heard The Spencer Davis Group on Radio „Caroline“ in the mid 1960s with „Keep On Running“. Later I bought „Gimme Some Lovin“ as 45 (with „Blues in F on B-Side). Timeless british blues rock. Steve Winwood sounding just as good today.

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  3. Steve Winwodd mit seiner unverkennbaren Stimme begleitetmich seit der SDG durch mein musikalisches Leben. Blind Faith, Stomu Yamashta und vor allem auch Traffic stehen hier im Archiv und werden noch immer gerne gehört. Mit seinen Solowerken konnte ich weniger anfangen.

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    1. Steve Winwood hat mir in der Spencer Davis Group und bei Traffic am besten gefallen. In dieser Zeit hat er sich auch als Sänger stark verbessert und sich aus der Quirligkeit seiner Stimme auf einen verhaltenen Gesangstil konzentriert, dem die Musik virtuos angepasst ist. Beste Beispiele für diese Entwicklung sind für mich wohl die beiden LP’s „The Low Spark Of The High Heeled Boys“ und „Shoot Out The Fantasy Factory“.

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      1. Deinen Geschmack bzw. Deine Einschätzung teile ich. Nach „Low Spark“ und „Fantasy Factory“ sank der Stern von Traffic. „Far from Home“ habe ich lediglich aus nostalgischen Gründen. Und seit Jahren nicht mehr gehört.

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  4. Dieses Stueck ist auch nach so vielen Jahren einfach unglaublich gut. Als „Gimme Some Lovin'“ herauskam war Winwood 17 Jahre alt, wenn ich dies richtig sehe. Der von Dir erwaehnte Clip vom letzten Jahr ist ebenfalls Klasse. Winwood bringt es nach wie vor.

    Ich hatte eine Karte fuer ihn und Steely Dan fuer Anfang Juli. Dieses Konzert wurde kuezlich auf den Juni naechsten Jahres verschoben. Dies ist sehr schade aber sicherlich vernuenftig unter den gegenwaertigen Umstaenden.

    Hoffentlich bessert sich die Situation bald, sodass der Besuch von Konzerten wieder vertretbar ist. Allmaehlich werde ich one live Musik verrueckt hier!

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    1. Die Corona-Pandemie ist ganz übel für alle Künstler, die auf ein Publikum vor Ort angewiesen sind. Aber es gibt immerhin im 21. Jahrhundert die technologische Methode der Vernetzung. So sind viele At-Home-Konzerte entstanden, die vor zwanzig Jahren nicht möglich gewesen wären. Steve Winwood zusammen mit seiner Band werden bestimmt live auftreten, wenn wieder Konzerte erlaubt sind. Hier als kleiner Trost: https://www.youtube.com/watch?v=uXRlVsV5caY&list=PLHcdNlvYsu-Mh-Mng-dB3gwwv-1pS5GTi

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    1. „Gimme Some Lovin“ is part of Steve Winwood’s standard repertoire since the 60s. The at-home clip cannot replace the interaction of musicans in a room or in front of an audience, but the 21 century has here some technological solutions in times of pandemic. I missed Mr. Fantasy with his band in 2017 in Zürich – maybe there will be another opportunity to see him ?

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