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The Rolling Stones, Exile On Main Street, 1972

Produzent/ Jimmy Miller

Label/ Rolling Stones Records

Das Album „Exile On Main Street“ ist für mich das beste Stones-Album überhaupt. Es ist eine politische Platte, auch wenn Politik nicht darin vorkommt. Stattdessen reden die Stones von Sex und Speed, Spiel, Rausch, Tod, von Verzweiflung, Trotz und Vitalität, spielen dazu Rock’n’Roll und schwarzen R’n’B, herbe Countrymelodien und Second-Line-Funk. Die Aufnahmen in der Villa Nellcote an der französischen Riviera verliefen chaotisch. Das Album hat das Chaos packend vertont.
Nie zuvor und nachher spielten die Stones und Musiker-Freunde so innig zusammen. Es geht hier um das Vergnügen. „Exile On The Main Street“ wurde beim Erscheinen von Musiker wie Fans als Meisterwerk gefeiert; vielleicht gerade deswegen, weil sie zu wissen schienen, dass die gesellschaftliche Wirkung von Musik weniger im Was zu suchen ist als im Wie.

Das Cover des Albums stammt von dem Schweizer Fotografen Robert Frank, der auch den lange „verbotenen“ Film „Cocksucker Blues“ drehte, der die Stones in einer ihrer wichtigsten Phase zeigt.

33 Gedanken zu “

    1. „Exile On Main Street“ ist für mich das beste Stones-Album, weil rau, unfertig und chaotisch ist; mehr so ein Blues-Album der Spieler, Penner und Säufer.

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    1. Natürlich sind „Beggars Banquet“ und „Let It Bleed“ auch gute Alben, der grosse Unterschied zu „Exile On Main Street“ dürfte aber sein, dass es hier keine grossen Hits gibt, man muss das ganze Doppelalbum hören, um sich auf den Trip einzulassen.

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  1. Für meinen Geschmack zeigt die Tetralogie Beggars Banquet, Let It Bleed, Sticky Fingers und Exile on Main Street die Höhepunkte des künstlerischen Schaffens der Rolling Stones. In diesen Scheiben gipfelt ihre musikalische und textliche Bandbreite.
    Es gab natürlich auch gute Songs vor und nach diesen vier Platten. Aber ihren Zenit hatten sie nach 1973 überschritten.

    Sehenswert ist auch der Film zu Exile on Main Street.

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    1. „Beggars Banquet“ (1968), „“Let It Bleed“ (1969) und „Exile On Main Street“ ist das grosse Album-Triptychon, mit dem die Stones ihre kommerziellen und Rock’n’Roll-künstlerischen Höhepunkte erreichten, auch wenn sie in dieser Zeit Brian Jones zurücklassen mussten.

      „Cocksucker Blues“, der Film von Robert Frank über die US-Tournee der Stones 1972, ist eine wilde Mischung Konzerten, Drogenexzessen und Orgien. Robert Frank war ein besonderer Fotograf („The Americans“). Er interessierte sich nicht für das Auffällige und Spektakuläre. Er schaute lieber auf das Unscheinbare an den Rändern, wo sich Aussichten und Horizonte verwischen.

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      1. Sticky Fingers? Zählt für Dich nicht zu den Meilensteinen der Steine?

        Ich wollte mir den Fim von Robert Frank auf YT ansehen. Dort unterliegt er einer „Altersbeschränkung“ und ich sollte zum Beweis meine Kreditkarte oder meinen Ausweis vorzeigen. Verrückte Welt.
        Wenn ich bedenke, mit welchen Bildern selbst kleine Kinder heute überschüttet werden…

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  2. „Exile on Main St.“ is a masterpiece, no doubt. I think it showcases the intricacy of Mick Taylor’s versatile, complementary style. It is also, ushers in The Stones marriage–not mere flirtation–to hard core funk. Though I prefer Sticky Fingers, Let It Bleed and Some Girls, it is an essential record in The Rolling Stones canon.

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    1. Thanks, Pam! Of course I like „Beggars Banquet“, „Let It Bleed“ and Sticky Fingers“ too.“ „Exile On Main Street is special for me because it didn’t want to be a progressive or innovative album. It’s just outcast-blues from bums, prostitutes and pimps without the overall effect of song, sound and attitude. Sleaze stuff. The documentary about the Stones by Robert Frank is also interesting. Robert was Swiss, but he lived in America. You probably know his photo book „The Americans“.

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  3. Ich denke viele Stones Fans stimmen Dir zu, dass „Exile on Main Street“ ein Highlight ist. Dies zeigen ja auch schon die bisherigen Kommentare.

    Fuer mich kommt diese Scheibe unmittelbar nach „Sticky Fingers.“ Dies haengt vermutlich zum Teil auch damit zusammen, dass ich mit „Sticky Fingers“ besser vertraut bin.

    Weiterhin gehoeren Nummern wie „Dead Flowers“, „Brown Sugar“, „Wild Horses“ und „Can’t You Hear Me Knocking“ zu meinen absoluten Lieblingssongs der Stones.

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    1. Im Umterschied zu „Beggars Banquet“, „Let It Bleed“ und „Sticky Fingers“ gibt es auf „Exile On Main Street“ keine grossen Hits wie „ Sympathy For The Devil, „Gimme Shelter“ und „Brown Sugar“. Das ganze Doppelalbum wurde in einem modrigen Keller in Südfrankreich aufgenommen; es ist eine himmlische Jamsession, die einfach passiert.

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      1. Dies ist wohl sicherlich ein anderer Faktor, der hier mithineinspielt. Obwohl ich Exile natuerlich mehrfach in der Vegangenheit komplett gehoert habe, musste ich dann doch erst noch einmal einen raschen Blick auf die Songliste werfen, um Dir zu antworten.

        Mit „Tumbling Dice“ und „Happy“ sind hier zwar zwei durchaus bekannte Songs vertreten, die die Stones nach wie vor in ihrer Konzertsetliste haben. Gleichwohl sind die grosse Mehrheit der Stuecke keine Hits.

        Wohingegen ich sicherlich glaubhaft belegen kann, dass mein Musikgeschmack ueber Popmusik hinausreicht, stelle ich immer wieder fest, dass mein Popohr nie ganz verschwindet. Dies erklaert wohl auch, warum ich die Frage Beatles oder Stones nach wie vor klar mit Beatles beantworte, obwohl die Stones zu meinen absoluten Lieblingsbands gehoeren.

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      2. Danke Christian! Für mich waren halt die Stones viel stärkerer Tobak, als die manierlichen Beatles. Und mit „Satisfaction“ brachten sie die Aufbruchstimmung Mitte der 60er Jahre einfach, schnörkellos, brilliant auf den Punkt.

        „Exile On Main Street“ erschien zu einer Zeit, als hierzulande das Establishment noch gegen „Negermusik im Radio“ Sturm lief. Die Stones begegneten damals den Medien als Teil dieses Establishments mit Verachtung. Vielleicht hätten die Rolling Stones nach „Exile On Main Street“ einfach abtreten sollen. Dann wären sie für immer die grösste Rockband der Welt geblieben. Dann würden wir ihr letztes Meisterwerk heute einfach als das hören, was es ist: Als ein anarchistischer Rundumschlag, der alles auf einmal will und in seinem Grössenwahn auch Jahrzehnte später noch für Überraschungen gut ist.

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    1. Thanks, Bru! „Exile on Main Street“ from 1972 is for me the last great masterpiece from the Stones. Sex, drugs and rock and roll. Sleaze rock at its best. And watching the movie „Cocksucker Blues“ wasn’t easy in those days…

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      1. Yep, the new edition from 2010 has a few interesting outtakes. The cover is still the same, with the freak show of American underdogs. I saw the movie twice, once in the presence of Robert Frank.

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  4. Beggars Banquet und Sticky Fingers tragen das Krönchen. Schon wahr. Ich trau’s mir fast nicht zu schreiben, aber: Mit den Jahren find ich die „Black and Blue“ brilliant. Die wurde seinerzeit höllisch verrissen. Auch mir bekannt. Aber das ging ja auch andern großen Werken der Rockgeschichte so.
    Die Exile o.M. hat ein paar Längen, Filler, war nie so recht mein Favorit. Aber ich bin ja auch weder Blues- noch Stones-Fan.

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    1. Heute sind Mick Jagger und Keith Richards zwei alte Säcke, die sich lächerlich machen, wenn sie krampfhaft versuchen auf der Bühne als jugendliche Rockstars zu posieren. Aber zur Zeit von „Exile On Main Street“ waren die Stones tatsächlich noch eine Expedition in unerforschte Gebiete. Rock ’n’ Roll war das hedonistische Fest einer entgrenzten Jugendlichkeit. Das Leben als grosse Party, die gefeiert werden will.

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  5. My personal favorite out of those four albums has always been Beggars Banquet…for personal reasons.. but I know it’s not the best. I do think Exile was the peak of the Stones. But to be fair it would have been hard to keep up with the quality of those albums…and times were changing toward disco a little later on and Mick was off to the clubs listening.

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