The Who, The Who By Numbers, 1975

Produzent/ Glyn Jones

Label/ Polydor

Nach den Konzeptalben „Tommy“ und „Quadrophenia“ klingt „The Who By Numbers“ schon wieder gewöhnlich. Keine Synthesizer, keine Streicher, keine L.A.-Saxophonisten und keine Chorfräuleins. Stattdessen haben sich Townshend und Produzent Glyn Jones darauf konzentriert, jedem Song ein individuelles und ausgewogenes Klangbild zu geben. Nur so viele Gitarren-Overdubs wie nötig, Keith Moon in full flight, Gesangsparts, die sich nicht in Superperfektion von den einfachen Textaussagen entfernen.

Und da zeigt sich auf ungewöhnlich subtile Weise, wie aktuell der Sound auf dieser Platte über all die Jahre hinweg geblieben ist – zum Beispiel in „Slip Kid“, dass in früheren Zeiten sofort mit „Magic Bus“ verglichen worden wäre. Die Songs sind so gut, dass man die Who-Musik wieder lieben kann, ohne Nostalgie-Gefühlchen haben zu müssen. In „Blue Red And Grey“ zum Beispiel bringt Townshend das Kunststück fertig, andere musikalische Einflüsse in seinen Text einzuarbeiten. Sein Ukulelespiel und das Brass-Arrangement von John Entwistle sind wirklich sehr stimmungsvoll. Es ist lange her, dass ich jedem Song auf einer Platte meine volle Sympathie entgegenbringen konnte. Auf „The Who By Numbers“ spielt die Band den Pop so differenziert und gut, wie er früher mal gespielt wurde. Wer kann das heute noch ???