Doug Sahm & The Sir Douglas Quintet, The Best Of 1968 – 1975, 1990

Produzent/ Bill Levenson

Label/ Mercury Records

Was es über den Werdegang des Sir Douglas Quintet zu sagen gibt, das kann man in den Liner Notes (in komprimierter Form) nachlesen, was es über das Sir Douglas Quintet zu hören gibt, das gibt es (in ebenso komprimierter Form) auf diesem Album. Auch wenn Doug Sahm immer wieder Exkursionen in Blues- und Country-Gefilde macht, zeigt die Scheibe, wo er ursprünglich einmal begonnen hat: bei seiner Musik und bei seinem Sound, den zwei Komponenten eben, die z.B. „Mendocino“ zum Welthit machten.

Die Rezeptur ist dabei so einfach, dass im Grunde genommen jede Schülerkapelle den Sir-Douglas-Quintet-Sound hätte kopieren können, doch anderseits dürfte es schwer, wenn nicht gar unmöglich sein, einen Vox-Organisten zu finden, der die Tasten so ausdauernd stakkatohaft betätigt wie Augie Meyers, einen Sänger aufzutreiben, der sich so schön nölig und gequetscht mitzuteilen weiss wie Doug Sahm, oder einfach nur einen Drummer zu erwischen, der so stoisch ruhig und so reduziert die Trommeln rühren kann wie Johnny Perez. Und da hat eben nur das Sir Douglas Quintet den Bogen raus, denn in den 60er/70er Jahre hat es kaum einer besser verstanden, die musikalischen Einflüsse der texanisch-mexikanischen Grenzen unter einen Hut zu bringen als Doug Sahm. Und weil dem so, und weil das, so wie es ist, ehrlich, gut und tanzbar ist, verleiden einem Titel wie „Nuevo Laredo“, Dynamite Woman“ oder eben „Mendocino“ auch nach Jahrzehnten nicht. Dem Herrn sei Dank für solch Konservative wie Sir Douglas alias Doug Sahm!