Led Zeppelin, 1969

Produzent/ Jimmy Page

Label/ Atlantic Records

Ende der 60er Jahre erschienen ein paar Langspielplatten, die offensichtlich einen Wendepunkt in der Rock-Musik darstellen, wobei erst die Zeit gezeigt hat, unter welcher Perspektive sie zu betrachten sind  (Dylans „Bringing It All Back Home“; das Debüt von Black Sabbath; „Are You Experienced“ und „Sgt. Pepper’s“). Auch das erste Led Zeppelin-Album ist aus diesem Holz geschnitzt.

Bevor Jimmy Page 1966 bei den Yardbirds einstieg, war er als Session-Musiker sehr gefragt. Hier wird klar warum. Nur wenige Rock-Gitarristen haben jemals die technische Sicherheit und das starke Gefühl erlangt, das Page überall auf diesen neun Stücken zur Schau stellt. Genau 48 Sekunden nach dem Beginn von „Good Times Bad Times“ macht Page Sachen auf der elektrischen Gitarre, für die man keinen anderen Ausdruck als „elektrisierend“ finden kann. Und von dieser Stelle an wirds immer besser.

Lead-Sänger Robert Plant ist wohl der beste Beweis für die Man-muss-nicht-unbedingt-schwarz-sein-um-Blues-singen-zu-können-Theorie. Früher spielte er in einer Gruppe, die aus Birmingham stammt, The Band of Joy, aus der auch der Drummer John Bonham herkommt. Es ist schön, wenn man einem Schlagzeuger zuhören kann, dessen Arbeit mit der Bass-Trommel und den Cymbals zwar intelligent, aber nie einstudiert klingt.

John Paul Jones spielt Bass und Orgel bei Led Zeppelin. Es genügt wohl, wenn man sagt, dass er auf beiden Instrumenten ein erfahrener und umsichtiger Musiker ist. Bei diesem Album fühlt man sich wohl. Man fühlt sich wohl, wenn man eine Band hört, die so viel zu sagen hat und die es auch so sagt, wie sie es fühlt, um in Musik zu transformieren, was in ihren Köpfen steckt.