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Bert Jansch, Needle of Death, 1965

Text/Musik/ Bert Jansch

Produzent/ Bill Leader

Label/Transatlantic

Wie viele Brit-Folk-Alben der 1960er Jahre, ist auch Bert Janschs Debut vollgestopft mit Neufassungen von alten Standards. Irgendwo dazwischen steckt diese bewegende Geschichte von Abhängigkeit und Verlust. Anfangs glaubten viele, Jansch hätte hier über seine eigene Drogensucht geschrieben, doch „Needle of Death“ ist ein Klagelied für den Gitarristen David „Buck“ Polly, der im Juni 1964 an einer Überdosis Heroin starb.

Spätere Hymnen wie „Chinese Rocks“ von den Heartbreakers oder „Heroin“ von den Velvet Underground stellten das Junkie-Leben als ein Akt gegenkultureller Auflehnung dar. Jansch hingegen sieht Pollys Entscheidung für die „blutgetränkten, schneeweissen Körnchen“ als ein Weg, einem „kummervollen jungen Leben“ zu entfliehen. Und während andere Songs zum Thema oft selbstbezogen die Drogenschlachten des Sängers beschreiben, betrachtet Jansch die Auswirkungen von Pollys Abhängigkeit und Tod auf die ihm Nahestehenden, die um ihn trauern.