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Charley Patton, Spoonful Blues, 1929

Produzent/ H.C. Speir

Label/ Paramount

Charlie Patton ( 1891 – 1934), der wichtigste Interpret des Delta-Blues, war zwar schon seit 1907 mit dem Blues unterwegs, seine ersten Aufnahmen machte er aber erst 1929, als er auf der Dockerey-Plantage lebte, für den Plattenladen-Besitzer und Agenten H.C. Speir aus Jackson, Mississippi. Schon drei Jahre vorher waren die Blues des ersten Grossmeister, Blind Lemon Jefferson auf Platte erschienen und selbst der von ihm, Willie Brown und Dick Bankston – die als Trio spielten – beeinflusste Tommy Johnson hatte schon im Februar 1928 für Victor seine bahnbrechenden „Canned Heat Blues“, „Cool Drink of Water Blues“ und andere aufgenommen.

Charley Pattons Blues stellen einen frühen Höhepunkt des Delta-Dance-Blues dar – ein Umstand der hier betont werden muss. Alle frühen Blues-Musiker spielten zum Tanz für ihre Zuhörerschaft auf. Pattons Erkennungssong war „Pony Blues“, ein kompliziert gebauter, sich weit vom Schema entfernender Song. Seine andere Glanznummern waren „Down The Dirt Road Blues“, „Banty Rooster“ und “ Spoonful Blues“. Charley Patton nahm – endlich entdeckt – allein 1929 rekordverdächtige 43 Titel auf. Seine Aufnahmekarriere dauerte bis 1934. Seit 1933 hatte sich seine Stimme verändert, da ihm bei einer Tanzveranstaltung in Holly Ridge die Kehle aufgeschlitzt worden war. Bald nach seiner letzten Aufnahmesession starb er an einem Herzleiden, das ihn schon seit seit Jahren begleitete.

Eine Tanzverantaltung mit Charley Patton muss für die Zuschauer das reine Vergnügen gewesen sein. Zeitzeugen berichten von abenteuerliche Verrenkungen und Clownereien mit der Gitarre. Patton war nicht zuletzt ein Show-Man, mit ihm begann eine Traditions-Linie, die direkt zu T-Bone Walker, Chuck Berry, Screaming Jay Hawkins, James und Jimi Hendrix führte.