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The Gun Club, Fire of Love, 1981

Produzent/ Chris D., Tito Larriva

Label/ Ruby

Aus dem Nirgendwo waren die L.A.-Punk-Psychobilly-Pioniere The Gun Club mit einer Erstlingsplatte aufgetaucht, die so ziemlich alles in Kalifornien in den Schatten stellte und zur Rieseninspiration für The White Stripes und viele andere Garage-Bands wurde. Der Sound ist krass, die Texte oft psychotisch und die Songs – gehören zum besten US-Rock, der je aufgenommen wurde.

Die von Jeffrey Lee Pierce und Kid Congo Powers für die aufblühende L.A.-Punkszene gegründete Band hiess zunächst Creeping Ritual. Pierce vermischte die verschiedensten Zutaten – Blues mit Prisen von Country und Rockabilly, neben Anklängen an die Doors und Creedence Clearwater Revival – zu einem wilden Gebräu. Er sang stürmisch und herzzerreissend. Die Songs zeugen von düsteren Südstaatenstories mit Anspielungen auf „hunting nigger“ und Drohungen wie „i will fuck you til‘ you die“. Natürlich hätte dies extrem beleidigend sein können, doch er singt mit so grosser Theatralik, dass der Show-Act eindeutig ist. Oder vielleicht auch nicht?

Jedenfalls fliegen die Fetzen bei „Sex Beat“, „She Is Like Heroin To Me“, „For The Love Of Ivy“ und „Jack On Fire“ und Pierces Versionen der Countrybluestitel „Preaching The Blues“ und „Cool Drink Of Water“ verraten ein Eintauchen in die Musik, das technische Langweiler wie Clapton oder Moore weit hinter sich lässt.

„Fire Of Love“ kam mit einem brutalen haitisanischen Zombie-Cover bei einem kleinen Indie-Label heraus, erhielt grossen Beifall in den USA und Europa und begründete eine grosse Kult-Gefolgschaft.