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Lead Belly, The Gallis Pole, 1939

Text/ Musik/ Hubbie Ledbetter, Alan Lomax

Produzent/ Alan Lomax, John Lomax

Label/ Musicraft

Hubbie Ledbetters gewalttätiges, geheimnisvolles Leben faszinierte die Zuhörer, seitdem die Folkoristen John und Alan Lomax in einem berüchtigten Gefängnis in Louisiana (Angola Penitentiary) 1934 zum ersten Mal auf ihn gestossen waren.  Zu jenem Zeitpunkt hatte sich Lead Belly angeblich bereits einmal den Weg in die Freiheit ersungen, aber sein gewalttätiges Naturell brachte ihn wieder hinter Gitter. Vater und Sohn Lomax waren auf der Suche nach Sängern, die nicht von der modernen Welt „verunreinigt“ waren. Als sie diesen grossgewachsenen Schwarzen sahen, der eine 12-saitige Gitarre spielte und Hunderte Lieder kannte (darunter die alte englisch Ballade „The Gallis Pole“), waren sie beeindruckt. In der Aufnahme von 1939 erzählt Lead Belly die Geschichte eines Verurteilten, der seine Angehörigen verzweifelt fragt, ob sie Gold, Silber oder anderes Schwarzgeld dabeihätten, das ihn vor dem Galgen bewahren könnte.

Lead Belly freundete sich mit den Pionieren der amerikanischen Folkmusik wie Woody Guthrie, Josh White, Pete Seeger, Sonny Terry und Brownie McGhee an und beeinflusste sie auch. Ironischerweise kam seine Musik vor allem beim jungen weissen Publikum an, den Schwarzen klang er meist zu „old fashioned“. Zu Lebzeiten war Lead Belly nie reich oder berühmt, aber seine Songs wurden mit Led Zeppelin oder den Beach Boys zu Hits und gehörten zum Repertoire vieler anderer.