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Rod Stewart, Gasoline Alley, 1970

Produzent/ Lou Reisner, Rod Stewart

Label/ Vertigo

Stewarts unterschätztes zweites Album kam direkt vor dem Megahit „Every Picture Tells A Story“ (mit „Maggie May“) auf den Markt. Doch ansonsten bieten die beiden Alben ähnliche Kost: Folk, R&B, Soul und Rock-Klassiker, zusammen mit Coverversionen zeitgenössischer Künstler, unter Einsatz der gleichen Musiker.

Zu jener Zeit führte Stewart ein Doppelleben als Sänger von The Faces und als Solo-Künstler. Viele hielten die Faces für die derzeit beste Live-Band. Ihr lebhafter Rock prägt „It’s All Over Now“, während Ron Wood auf der ganzen Platte präsent ist.

Viele Lieder sind akustisch, und mit „Gasolione Alley“ gelang Wood und Stewart ein subtiler Klassiker: ein wehmütiger Blick zurück auf die Teenagezeit, gekrönt von Stewarts körniger Stimme. Diverse nicht in den Credits erwähnte Instrumentalisten – wie der Fiedler auf der neo-akustischen Version von „Cut Across Shorty“ und der Mandolinenspieler auf dem Titelsong – tränken die LP mit einem Touch von Folkmusik.

Auf „Only A Hobo“ finden sich Stewarts zärtlicher Gesang und der wunderschöne, akustische Hintergrund zum gelungenen Dylan-Cover, und auch die beiden Eigenkompositionen gegen Ende werden intelligent ausgeführt. Zwei Tracks zeigten in die Vergangenheit: das Elton John-Cover war gut, weniger inspiriert war Stewart beim Small Faces Cover.

Nach Stewarts Leistungen in der Jeff Beck Group hatte der Co-Produzent Lou Reisner ihn als Solokünstler unter Vertrag genommen. Mit dem nächsten Album sollte er zu einem echten Solostar werden, doch mit dieser Scheibe war der Weg dorthin schon geebnet.