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The Incredible String Band, The Hangman’s Beautiful Daughter, 1968

Produzent/ Joe Boyd

Label/ Elektra

Diese wunderbare Acidfolkmusik ist Vorläufer der heutigen „World Music“; gleichzeitig ist es die Momentaufnahme des ländlichen Hippielebens in Grossbritannien um 1966 – 1973. Das farbenfrohe ländliche Idyll auf dem Plattencover (Incredible-String-Bamd-Duo Mike Heron und Robin Williamson mit Bandmitglieder und Kindern eines Freundes) inspirierten sicherlich viele zum Leben in einer Landkommune.

Nachdem sie der Produzent Joe Boyd in der Folkszene von Glasgow entdeckt hatte, entwickelten sie sich mit „The 5’ooo Spirits“(1967) rasch zum letzten Schrei der expandierenden britischen Undergroundszene. Ihr Talent als Songwriter und die Fähigkeit, jedes auf Hippiepfaden aufgelesene Instrument zu spielen (Gimbti, Oud, Sitar etc.) faszinierten Leute wie McCartney, Dylan, Plant und Winwood. Jagger und Richards versuchten erfolglos, sie für ihr Label anzuwerben.

Im Frühjahr 1968 fand diese Begeisterung ihren Höhepunkt mit „The Hangman’s Beautiful Daughter“. Die Platte kam bis auf Nr. 5 in den britischen Charts. Die Grösse der Vision, die Poesie und Musikalität sollten einzigartig bleiben, da die Band nie wiederähnliche Höhen erreichte. Aufgenommen wurde die Scheibe bei Sound Techniques mit einer damals revolutionären Achtspurmaschine, mit der sie die Klangvisionen ihrer bunten Träume erzeugten – ein dichter Teppich, gewebt aus akustischen Instrumenten und Klängen. Jeder einzelne Track ist eher Suite als Song. Keltischer Folk, Rock’n’Roll, Gospel, einfache Harmonien, an Qwaali erinnernde Momente und nordafrikanische sowie indische Klänge driften mühelos in unsere Ohren.