
Led Zeppelin, Led Zeppelin III, 1970
Produzent/ Jimmy Page
Label/ Atlantic
Jimmy Page spielte bei den Yardbirds und machte Session-Musikerjobs für Produzenten wie Andrew Oldham oder Joe Meek bevor er Led Zeppelin gründete, die nach dem ewigen Geheimrezept der Popmusik – „Was du nicht verfeinern kannst, das musst du vergröbern!“ – den Blues so lange anstückelten, bis ein Bluesrock daraus wurde, ein Heavy Rock, ein Hard Rock, den bald alle spielten von Humble Pie bis Thin Lizzy. Dort, wo andere nachlässig wurden, stolperten und schliesslich fielen, versuchten sich Led Zeppelin am Riemen zu reissen und unnachgiebig böse, geldgierig, schwarzmagisch und pervers zu bleiben, bis sie tatsächlich ihre Version des Blues zur erfolgreichsten Musik auf diesem Planeten aufgedonnert hatten.
Das dritte Led Zeppelin Album beinhaltet neben Heavy-Rock auch diverse neue Zutaten, zum Beispiel Country-Stücke, Streicher und verschiedene akustische Instrumente. Led Zeppelin versuchten damit von ihrer bisherigen Bahn wegkommen. Doch eine Gruppe, die geradezu die laute Rockmusik verkörperte und sich dem vorherrschenden Publikumsgeschmack schon immer verbunden fühlte, fiel es natürlich nicht leicht über den eigenen Schatten zu springen. So trug auch dieses Album bei Erscheinen über weite Strecken dem Image der Gruppe und den Erwartungen der Käufer Rechnung. Man kann sich „Led Zeppelin III“ quasi als das private Folk-Revival Robert Plants vorstellen und dabei an Aleister Crowleys brennendes Herrenhaus hoch oben bei Loch Ness denken.
