Fleetwood Mac, Rumours, 1976

Produzent/ Ken Caillat, Richard Dashut

Label/ Warner Bros.

Als Fleetwood Mac im kalifornischen Sausalito 1976 mit dem Aufnahmen zu „Rumours“ begannen, lag die sechsjährige Beziehung zwischen Lindsey Buckingham und Stevie Nicks in Trümmern. Auch die Ehe zwischen John und Christine McVie waren derart zerrüttet, dass beide nicht mehr miteinander sprachen. Selbst Mick Fleetwood liess sich scheiden. Das Thema der Songs war klar: das Scheitern von Beziehungen. Die drei Songschreiber der Band – Nicks, Buckingham und Christine McVie – texteten über fast nichts anderes. Man kann natürlich sagen, „Rumours“ sei glatt, sauber und sonnig. Aber darunter ist Dunkelheit und Morast, was in jedem Fall zur Einzigartigkeit des Albums, womöglich auch zu dessen Erfolg beitrug.

„Gold Dust Woman“, der letzte Song des Albums, sprach noch ein anderes Thema an, das für die ganze Band zu diesem Zeitpunkt von höchster Wichtigkeit war. Während der Sessions zu „Rumours“ bedienten sich sämtliche Beteiligten regelmässig aus einem grossen Samtbeutel mit Kokain. Diese Sorglosigkeit führte bei Stevie Nicks zu einer schweren Drogenabhängigkeit; Mitte der Achtziger liess sie sich zum Entzug in eine Klinik einweisen. Der Song erinnert an die Naivität, mit der zu jener Zeit Kokain konsumiert wurde. Niemand bemerkte, wie stark es abhängig machte, denn niemand hatte es lange genug genommen, um das erfahren zu haben.

Peter Green, In the Skies, 1979

Produzent/ Peter Vernon-Kell

Label/ EMI

Eine mittlere Sensation war das schon für mich, als ich das blaue, aber grau verhangene Cover bei Musik Bestgen aus dem Regal zog: Peter Green, Mythos und einer meiner vielen Lieblingsgitarristen aus den 60er, hatte nach neun Jahren Abstinenz endlich wieder ein Platte gemacht. Zwar hatte er sich dafür einen denkbar ungünstigen Zeitpunkt ausgesucht, denn supercoole Bluesgitarristen gab es Ende der 70er Jahre wie Sand am Meer. Fast jeder versuchte Mark Knopfler zu imitieren, der wiederum J. J. Cale und den frühen Carlos Santana zu kopieren.

Ich habe Leute gekannt, die hatten für Greens Laid-Back-Blues-Musik nur ein müdes Lächeln übrig. Sicherlich ist die Grundstimmung von „In The Skies“ eher kühl als unterhitzt. Auch wenn Peter Green auf „Slabo Day“ die Soloparts ganz Snowy White überlässt und nur den pulsierenden Rhythmus schrummt, gibt es hier wieder jene wahnsinnigen Sprünge, Phrasen, Melodien wie man sie aus „Albatros“ und „Then Play On“-Zeiten kennt. Die Songs haben entrückte bis tiefreligiöse Texte; dafür kommt in der Musik ein elegant-dezenter Schlagerschwung vor, der dem der Shadows an Pep um nichts nachsteht. „In the Skies“ ist ein schönes Album; einfach zum entspannen und zuhören, zumindest für solche Leute, die anstatt elektronischer Klangerzeuger lieber Gitarrenmusik hören, die nach Mensch riecht.